Syrien/Irak: Inzwischen 680 Islamisten aus Deutschland ausgereist – 85 wurden getötet

22. April 2015
Syrien/Irak: Inzwischen 680 Islamisten aus Deutschland ausgereist – 85 wurden getötet
International
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Berlin/Damaskus/Bagdad. Der Strom der Islamisten, die aus Deutschland nach Syrien und in den Irak ausreisen, hält unvermindert an. Die Zahl ausgereister und getöteter Islamisten steigt nach Angaben des Verfassungsschutzes erneut.

Inzwischen seien mindestens 680 Personen von Deutschland aus in die Kriegsgebiete ausgereist, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit. Davon seien rund 85 getötet worden oder als Selbstmordattentäter ums Leben gekommen. „Der Ausreisestrom in die Kampfgebiete hält unvermindert an, die brutale IS-Propaganda verfängt weiter“, sagte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen mit Blick auf die Islamisten-Miliz „Islamischer Staat“, zu der es offenbar einen Großteil der aus Deutschland ausreisenden Islamisten zieht. Etwa ein Drittel der Ausgereisten sei inzwischen wieder zurückgekehrt.

Insgesamt kämpften im Mittelmeerland Syrien Ende 2013 rund 100.000 Rebellen gegen die Armee, etwa die Hälfte davon gehörte einer Studie zufolge zum selben Zeitpunkt sunnitischen Islamisten-Milizien wie der Jabhat al-Nusra oder dem auch grenzübergreifend im Irak aktiven Islamischen Staat (IS, vormals Islamischer Staat im Irak und Syrien, ISIS) an – seit September 2014 wird allein für den IS von 31.500 bis 50.000 Kämpfern ausgegangen, rund 15.000 davon stammen nach Berechnungen der UN vom Herbst 2014 aus dem Ausland. Die EU schätzte Anfang 2015, daß bis zu 6.000 Personen aus EU-Staaten ausgereist sind, während die spanische Polizei zum selben Zeitpunkt von mindestens 30.000 ausgereisten Europäern ausging. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vornehmlich aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Aus Deutschland sind mindestens 680 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien und in den Irak ausgereist. Mindestens 85 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Inzwischen agieren sie dort nicht nur als Kämpfer, sondern auch als Selbstmordattentäter: In mindestens elf Fällen sprengten sich aus Deutschland ausgereiste Islamisten in die Luft. Es wird befürchtet, daß in den Konflikten weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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