AfD: Lucke und Henkel wollen Ex-Pressesprecherin Metzger als Generalsekretärin installieren

21. März 2015
AfD: Lucke und Henkel wollen Ex-Pressesprecherin Metzger als Generalsekretärin installieren
International
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Berlin/Brüssel. In der AfD deutet sich eine Rückkehr der vor einem Jahr zurückgetretenen ehemaligen Pressesprecherin Dagmar Metzger an. Parteichef Bernd Lucke plant, sie auf dem Parteitag im Juni zur Wahl vorzuschlagen – als seine Generalsekretärin.

Metzger war bis März 2014 Pressesprecherin der Partei und galt bis zu ihrem ohne Angabe von Gründen erfolgten Rücktritt als führende Netzwerkerin des liberalen Flügels. Der „Tagesspiegel“ berichtete damals, Parteichef Lucke habe den Rückzug Metzgers bedauert, die unter anderem verantwortlich zeichnete für die Gründung der „Kolibri“-Plattform, einer Vereinigung liberaler Parteifunktionäre, von denen inzwischen viele der Partei den Rücken gekehrt haben. Umstritten war sie intern jedoch auch, weil ihr nachgesagt wurde, wiederholt unliebsame Parteifreunde über die Presse attackiert zu haben; so etwa im Frühjahr 2014, als sie nach einer Niederlage gegen den damaligen Vorsitzenden der Parteijugend „Junge Alternative“, Torsten Heinrich, diesem im „Münchner Merkur“ ohne Angabe von Gründen „nationalistische Töne“ vorwarf.

Nun, ein Jahr später, plant Metzger ihre Rückkehr auf die Bühne der AfD. Wie ZUERST! aus ranghohen Brüsseler Parteikreisen erfuhr, will Lucke sie auf dem Parteitag im Juni für den Ende Januar neu geschaffenen Posten des Generalsekretärs vorschlagen. Sollte Metzger gewählt werden, hätte sie damit die Kontrolle über eine mächtige Schlüsselposition innerhalb der Partei: Laut Satzung koordiniert der Generalsekretär die „gesamte Parteiarbeit aller Gebietsverbände, der Vereinigungen, Fachausschüsse und Kommissionen.“ Vorgeschlagen werden kann er nur vom Bundesvorsitzenden selbst, welcher nach Einschätzung von Beobachtern auch nach der Neuwahl des Vorstandes im Juni Bernd Lucke heißen dürfte. Den Mitgliedern bleiben dann nur zwei Optionen: Abzunicken oder abzulehnen – auch wenn die Satzung für diesen Fall keinerlei Ersatzregelung vorsieht.

Lucke reagiert mit der Reaktivierung Metzgers auch auf die jüngsten Entwicklungen innerhalb der AfD. Vor einer Woche veröffentlichten Björn Höcke und André Poggenburg, Landesvorsitzende in Thüringen und Sachsen-Anhalt, die sogenannte „Erfurter Resolution“, in der vor einem zu liberalen Kurs der Partei gewarnt wird, als dessen Vertreter insbesondere der Vize-Vorsitzende und EU-Abgeordnete Hans-Olaf Henkel gilt. Höcke und Poggenburg reihten sich damit in die Riege zahlreicher Kritiker ein, die von den brandenburgischen und sächsischen Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland und Frauke Petry bis zu den EU-Abgeordneten Marcus Pretzell und Beatrix von Storch reicht. Henkel selbst reagierte darauf mit lautstarken Beschimpfungen: Er warf seinen Kritikern vor, sie strebten eine „AfD der flachen Parolen“ mit „völkischem Gedankengut“ an. Mit der Inthronisierung der von Lucke und Henkel gleichermaßen geschätzten liberalen Frontfrau Dagmar Metzger als Generalsekretärin könnte der Richtungsstreit folglich endgültig eskalieren. (lp)

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