Syrien-Konflikt: Hier stoßen Islamisten einen jungen Mann in den Tod

5. März 2015
Syrien-Konflikt: Hier stoßen Islamisten einen jungen Mann in den Tod
International
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Raqqa. Erneut haben Kämpfer der Islamisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) im syrischen Raqqa, der „Hauptstadt“ des von ihnen ausgerufenen „Kalifats“, einen Mann von einem hohen Gebäude in den Tod gestürzt.

Wie im Internet verbreitete Bilder zeigen, wurde der junge Mann in der nordsyrischen Stadt von zwei Männern vom Dach eines Hauses gestürzt, während ein weiterer das Geschehen auf Kamera fest hielt. Weitere Bilder zeigen den Mann im freien Fall. Auch seine Leiche wird gezeigt, umringt von Schaulustigen. Der IS warf ihm vor, homosexuell zu sein.

 

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die Armee, etwa die Hälfte davon gehörte einer britischen Studie zufolge Ende 2013 islamistischen Gruppierungen wie der Jabhat al-Nusra oder dem “Islamischen Staat” (IS, vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an – seit September 2014 wird allein für IS von 31.500 bis 50.000 Kämpfern ausgegangen, rund 15.000 davon stammen aus dem Ausland. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vornehmlich aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 3.500 der kämpfenden Islamisten aus Europa. Aus Deutschland sind rund 600 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Etwa 65 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland grenzübergreifend auch im benachbarten Irak aktiv: In mindestens neun Fällen sprengten sich deutsche IS-Kämpfer sogar als Selbstmordattentäter in die Luft. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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