Syrien-Konflikt: Drei Islamisten aus Deutschland bei Gefechten getötet

13. Januar 2015
Syrien-Konflikt: Drei Islamisten aus Deutschland bei Gefechten getötet
International
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Dinslaken/Damaskus. Von etwa 550 aus Deutschland nach Syrien und in den Irak ausgereisten Islamisten wurden bis dato rund 60 getötet. Nun erhöht sich diese Zahl einmal mehr.

Wie der „Spiegel“ berichtet, sind nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden drei Islamisten der sogenannten „Lohberger Gruppe“ aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken in den letzten Wochen bei Gefechten in Syrien ums Leben gekommen: Mustafa K., Hassan D. und Marcel L. Der 24-jährige Mustafa K. machte Anfang 2014 bundesweit Schlagzeilen, als er auf Facebook lächelnd mit den abgetrennten Köpfen zweier Gegner posierte. Außerdem verkündete die Islamisten-Miliz „Islamischer Staat“ im Internet, daß sich in der nordsyrischen Kurden-Stadt Kobane ein türkischstämmiger Kämpfer aus Deutschland als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt habe.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die Armee, etwa die Hälfte davon gehörte einer britischen Studie zufolge Ende 2013 islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat” (vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an – seit September 2014 wird allein für IS von 31.500 bis 50.000 Kämpfern ausgegangen, rund 15.000 davon stammen aus dem Ausland. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vornehmlich aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 3.500 der kämpfenden Islamisten aus Europa. Aus Deutschland sind rund 550 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Etwa 65 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland grenzübergreifend auch im benachbarten Irak aktiv: In mindestens neun Fällen sprengten sich deutsche IS-Kämpfer sogar als Selbstmordattentäter in die Luft. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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