„Islamischer Staat“: Islamist aus Deutschland verübt Selbstmordanschlag im Irak

13. Oktober 2014
„Islamischer Staat“: Islamist aus Deutschland verübt Selbstmordanschlag im Irak
International
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Kara Tapah. Bei einem Dreifach-Anschlag in einem Dorf der autonomen irakischen Kurdenregion wurde offenbar auch ein Islamist aus Deutschland als Selbstmordattentäter eingesetzt.

Nach Angaben der Islamisten-Miliz „Islamischer Staat“ wurden die drei Explosionen unter anderem von einem Mann mit dem Kampfnamen Abu Sara al-Almani ausgelöst, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die beiden anderen Attentäter waren offenbar saudi-arabischer und türkischer Herkunft. Die Anschlagserie richtete sich gegen das Rathaus der Stadt, ein Gebäude kurdischer Milizen und ein Büro der Kurdenpartei Patriotische Union Kurdistans (PUK). Unter den insgesamt 25 Toten befanden sich vor allem Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Miliz.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, etwa die Hälfte davon gehörte einer britischen Studie zufolge Ende 2013 islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat” (vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an – seit September 2014 wird allein für IS von 31.500 bis 50.000 Kämpfern ausgegangen. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vor allem aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 3.500 der kämpfenden Islamisten aus Europa. Aus Deutschland sind rund 500 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Über 40 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland grenzübergreifend auch im benachbarten Irak aktiv: In mehreren Fällen sprengten sich deutsche IS-Kämpfer sogar als Selbstmordattentäter in die Luft. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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