Schwimmende Zeitbomben: Wie gefährlich sind LNG-Frachter?

22. Juni 2022
Schwimmende Zeitbomben: Wie gefährlich sind LNG-Frachter?
Wirtschaft
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Berlin. Weil sie auf Biegen und Brechen vom russischen Erdgas loskommen will, nimmt die Energiepolitik der Ampel-Regierung hohe Risiken auf sich – im schlimmsten Fall drohen im kommenden Winter leere Gasspeicher und kalte Wohnungen. Um das zu verhindern, setzt Bundeswirtschaftsminister Habeck auf unsichere und nicht zuletzt umweltschädliche Alternativen: teures Fracking-Gas (LNG) soll es jetzt richten. Es muß in speziellen Großfrachtern angeliefert und dann in eigens errichteten LNG-Terminals umgeschlagen werden. Bislang verfügt Deutschland aber noch über kein einziges LNG-Terminal.

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Und die LNG-Infrastruktur ist störungsanfälllig und gefährlich. In Texas explodierte jüngst eine LNG-Produktionsanlage, die jetzt für Wochen ausfällt. Die Brandursache ist unklar. Unter Fachleuten ist aber unumstritten: das Verschiffen von Flüssiggas ist keine ungefährliche Sache.

Auf einer Düsseldorfer Fachtagung wurden mögliche Risikoszenarien schon vor einigen Jahren durchgespielt. Die Experten wollten wissen, wie gefährlich der Transport von LNG in Schiffen ist. Eines der Ernstfallszenarien:  eine Schiffskollision schlägt ein Leck in den LNG-Tank, das tiefkalt verflüssigte Erdgas tritt aus, bildet eine Lache im Wasser und verdampft schnell. Trifft die Dampfwolke auf eine beliebige Zündquelle, setzt sie mit einer Explosion alles in Brand einschließlich des Schiffes, das leckgeschlagen ist.

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Die handelsüblichen Schiffe können mittlerweile bis zu 266.000 Kubikmeter Flüssiggas transportieren – damit könnte etwa die Großstadt Hamburg ein Jahr lang versorgt werden. Aber die Schiffe sind möglicherweise hochgefähliche Zeitbomben. An Deck befinden sich riesige, mit LNG betankte Kugeln. Jede hat einen Durchmesser von mindestens 40 Metern und ist gut isoliert. Der Schutzmantel ist nötig, damit das Erdgas nicht zu kochen beginnt und verdampft. Aus physikalischen Gründen gelingt die Kühlung aber nie perfekt. So wird ein Teil des Erdgases an Bord abgefackelt oder zum Antrieb genutzt. Schon das ist nicht ungefährlich.

Angesichts der steigenden Zahl der weltweiten Transporte warnt sogar der LNG-Branchenverband Society of International Gas Tanker and Terminal Operators (SIGTTO). „Wir haben viele Neulinge in der LNG-Schifffahrt und müssen dringend dafür sorgen, daß sie das Geschäft ebenso sicher betreiben wie die alten Hasen.“

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In Irland etwa wehrt sich die Initiative „Safety Before LNG“ seit Jahren dagegen, daß LNG-Tanks in Häfen gebaut werden, weil sie als zu gefährlich gelten. Sie schlägt als Alternative schwimmende Plattformen auf hoher See vor, auf der das LNG wieder in Gas umgewandelt und direkt ins Pipelinenetz eingespeist wird.

So oder so: die zusätzlichen Risiken könnte die deutsche Energiepolitik der Bevölkerung ersparen, hätte sie sich nicht in die halsbrecherischen Rußland-Sanktionen verbissen. Kremlchef Putin nannte sie dieser Tage in einer Grundsatzrede auf den St. Petersburger Wirtschaftsforum „verrückt“. (rk)

Bildquelle: Wikimedia/Jan Arrhénborg/AGA/CC BY-SA 3.0

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