Ukraine-Krieg: Am 13. Kriegstag steht die ukrainische Armee vor einem Dilemma (aktualisiert)

8. März 2022
Ukraine-Krieg: Am 13. Kriegstag steht die ukrainische Armee vor einem Dilemma (aktualisiert)
International
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Die aktuelle militärische Lage im Ukraine-Krieg entwickelt sich derzeit so, wie von DMZ-Militärexperte Hagen Eichberger im Interview mit ZUERST! prognostiziert. Russische Offensiven auf Kiew, Charkow und Mariupol zeigen die taktische Marschroute des Kreml, der im Süden die Zugänge zum Schwarzen und Asowschen Meer kontrollieren, die Landbrücke in die Oblasten Luhansk und Donezk herstellen und weite Teile des ukrainischen Osten besetzen zu wollen scheint. Ferner wurde am 11. Kriegstag die taktische Kriegsführung Rußlands sichtbar, überall in der Ukraine kritische Infrastruktur wie Kraft-, Elektrizitäts- oder Wasserwerke zu erobern. Derzeit zieht Moskau seine Truppen verstärkt um Kiew zusammen. Die ukrainische Führung geht davon aus, daß die „Schlüsselschlacht um Kiew“ kurz bevorsteht. 

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Zur militärischen Lage am 8. März

Ukraines Streitkräfte stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Rußlands Streitmacht wird in den nächsten Tagen so weit versammelt sein, um massiert auf Kiew vorzustoßen. Bislang stehen russische Truppen in Vororten nördlich, nordwestlich und nordöstlich von Kiew, seit gestern rücken Einheiten aus dem Osten auf die Hauptstadt vor. Derzeit halten drei ukrainische Brigaden eine Verkehrsachse in Richtung Westen, die zentralen Stellenwert für die Nachschublinien nach Lemberg besitzt. „Aus taktischer Sicht wird Rußland versuchen, die Verkehrswege nach Kiew nach allen Seiten hin zu blockieren, strategisch am bedeutsamsten wird jedoch die Abriegelung der westlichen Zufahrtswege in die Hauptstadt sein. Wenn es Moskau gelingt, diese Ader zu kappen, können militärische und auch sonstige Güter des täglichen Bedarfs nicht mehr nachgeführt werden. Die Einkesselung wäre vollendet“, so Militärexperte Hagen Eichberger gegenüber ZUERST!

Im Süden der Hauptstadt halten ukrainische Kräfte momentan auch noch einige taktisch wichtige Punkte, die es erlauben würden, Truppen aus dem Südosten der Ukraine abzuziehen und in die Hauptstadt zur Verstärkung zu verlegen, bevor es den Russen gelingt, den Kessel zu schließen. Während russische Quellen berichten, die ukrainische Hauptstreitmacht sei im Osten der Ukraine eingekesselt, gehen westliche Quellen davon aus, daß das Schwergewicht der ukrainischen Bodentruppen im Südosten steht und demgemäß noch nach Kiew abgezogen werden könnte.

Hierzu heißt es in einer NZZ-Analyse, diese ukrainischen Truppen „bilden gegenwärtig einen Riegel entlang der Separatistengebieten und des neu besetzten Raums an der Schwarzmeerküste bis zur Krim. Wird dieses Dispositiv geschwächt, geraten die verbleibenden Brigaden unter zusätzlichen Druck. Russische Angriffe sind aus dem Norden (Charkiw), Osten (Luhansk, Donezk) und Süden (Krim) möglich. Damit könnten die ukrainischen Truppen im Südosten in einen Kessel geraten – und wären dem Gegner ausgeliefert. So käme der Kreml mit verhältnismässig wenig Aufwand der Zerschlagung der ukrainischen Armee, einem der Kriegsziele, einen Schritt näher.“

Die ukrainische Armeeführung steht also vor der schmerzlichen Entscheidung, die Kräfte für die angenommene Schlacht um Kiew zu bündeln, aber damit den Osten und den Süden aufzugeben.

„Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind 723 Menschen durch den Sumy-Poltawa-Korridor evakuiert worden. Darunter seien 576 indische Staatsangehörige, zitieren russische Agenturen das Ministerium. Der Korridor von Sumy nach Poltawa soll von 9 bis 21 Uhr (Ortszeit; 8 – 20 Uhr MEZ) geöffnet bleiben. Auch die ukrainische Seite bestätigte, dass der Korridor funktioniere.“ (F.A.Z., 15.19 Uhr) In der Nacht zu Dienstag waren in besagter nordukrainischer Großstadt Sumy bei russischen Luftschlägen zahlreiche Zivilisten und Soldaten getötet worden.

In einem Interview mit dem US-Sender ABC erklärte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen über den Status der Oblasten Donezk und Luhansk sowie der Schwarzmeer-Halbinsel Krim bereit. Man werde allerdings nicht so weit gehen, die Unabhängigkeit der selbst ernannten „Volksrepubliken“ oder die russische Besetzung der Krim anzuerkennen. „Ich bin bereit für einen Dialog. Aber wir sind nicht bereit für eine Kapitulation.“

Am Abend meldet das russische Verteidigungsministerium, daß in der heftig umkämpften Hafenstadt Mariupol pro-russische Einheiten auf dem Vormarsch seien. Kämpfer der Volksrepublik Donezk seien in das Stadtgebiet vorgedrungen. Die Belagerung der Stadt dauert seit Tagen an, die Versorgungslage der Bevölkerung ist äußerst kritisch. Pro-Russsische Separatisten konnten auch an weiteren Frontabschnitten in der Ostukraine Geländegewinne verbuchen. So sei die Stadt Popasna erobert und ukrainische Einheiten eingekesselt worden. Auch erklärte das Moskauer Ministerium, inzwischen rund 900 ukrainische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört sowie 84 Drohnen vom Himmel geholt zu haben.

US-Militäranalysten gehen davon aus, daß sowohl Rußland als auch die Ukraine noch über den Großteil ihrer in der Ukraine versammelten Kampfkraft verfügen.

Eskaliert die Lage? Am heutigen Abend verkündete Polen, sofort alle polnischen MiG-29-Kampfflugzeuge an die amerikanische Luftwaffenbasis in Ramstein zu übergeben. Diese könnten dann von den USA an die ukrainische Luftwaffe ausgehändigt werden.

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15 Kommentare

  1. […] by Deutsche Militärzeitschrift (DMZ) military expert Hagen Eichberger in an interview with German weekly […]

  2. Jockel sagt:

    Putin ist ein Fuchs!
    Und ja – die Sanktionen sind wuchtig. Russland leidet seit Jahren unter westlichen Sanktionen. Russland hat sich wirtschaftlich darauf eingestellt und China wird all das liefern, was Russland braucht!
    Und nein – Putin ist nicht per se der „Verbrecher“, als den man ihn in der westlichen Hetzpresse darstellt.
    Er hat die Interessen Russlands bisher schon fast Lehrhaft vertreten. In Russland toben sich keine kranken Hirne aus, wie in der westlichen Welt – allen voran „D“.
    Russen sind leidensfähig und es wird keine Unruhen geben – es sei denn – die dreckigen NGO’s finanzieren milliardenschwer. So, wie sie es seit vielen Jahren „erfolgreich“ in der Ukraine machten.
    Ich wünsche mir, dass Putin die Dreckigkeiten der westlichen Verbrecherbanden aufdeckt UND vernichtet. Dazu gehören alle Giftlabore, die „Schauspieler“ in der Regierung der Ukraine .. die Finanzmafia und die transatlantische NATO.
    Er macht den reinen Tisch, den wir in „D“ schon mehr als nötig haben!!!
    Und nein – Putin ist kein Engel. ABER er ist nicht mehr Teufel, als Biden, Obama und Bush!

    • Deutscher Beobachtungsposten sagt:

      Sehr gute Analyse!
      Aber ich hätte geschrieben „allen voran „BRD““, denn „D“ ist das nicht! Das „Geheime Deutschland“ entsteht dagegen gerade überall.

    • Sylvester Ohnemus sagt:

      Sie leben in einer Blase und können deshalb solchen Müll ablasen, weil Sie in einer Demokratie leben. Anhand der Kommentare ist diese Seite bestens geeignet für Systemfeinde. Wahrscheinlich sind Sie ein frustrierter Bürger, der lediglich seinen abgrundtiefen Hass darin projiziert, infolge seines eigenen Versagens. Putin hat sich an die Macht gebombt und dann die Tschetschenen angegriffen. Sie sind die Vasallen von Putin. Kaufen Sie sich ein Einmal Ticket direkt nach Russland. Dort wird man die Verlierer liebend gerne empfangen. Dann sind Sie unter gleichen.

      • Deutscher Beobachtungsposten sagt:

        @“Sylvester Ohne-dass-er-muss“:
        Deine Ergüsse sind das Bla-Bla-Bla eines linientreuen, systemnahen Betonkopfes, der in der eigenen rosaroten Blase nichts von der rauhen Wirklichkeit und dem wahren Leben mitbekommt. Glaub nur weiter an die Propaganda deiner geliebten polit-medialen BRD-Clique und ziehe möglichst bald in den Allerwertesten des US-Reiches – ja, unbedingt auch mit On-Way-Ticket!

        Alles, was groß ist, geht zugrunde, wenn die, die es erben, klein sind.
        Oswald Spengler

        • Sylvester Ohnemus sagt:

          Das ist doch aufschlussreich ihr Kommentar. Die Gesinnung zeigt welche Werte Sie vertreten. Sie haben sich selbst disqualifiziert und können ihren Linientreuen die Hand reichen. Ich bedauere Sie auch nicht. Den Menschen sei Dank, die den Grundstein für unsere komfortable Lage gesorgt haben und viele Menschen weiterhin dafür eintreten. Es wäre interessant die Menschen hinter den Pseudonymen zu kennen. Welche Meinungen diese in ihrem Umfeld von sich geben oder eben ihr Versagen im öffentlichen Raum posten müssen hinter nicht haltbaren Lügen!!!

          • Winnetou Apatschi sagt:

            @Sylvester…
            Sie kommen sich gut informiert und über den Dingen stehend vor. Sind es aber nicht!

      • Ali Baba sagt:

        Putin hat sich an die Macht gebombt und dann die Tschetschenen angegriffen.““ Das stimmt. Aus der Lektuere des Buches „Blowing up Russia“ von Litwinienko u. Felsztinski geht das klipp u. klar hervor.!!

    • Ali Baba sagt:

      Putin ist ein Fuchs!“ Und dieser Fuchs hat auch eine andere Aufgabe auf dem Buckel…Denjenigen, die das wissen, brauche ich nichts klarzumachen.

  3. Paul Buchfeld sagt:

    Das war ein taktischer Fehler von Putin in der Ukraine einzumarschiren. Er hat damit genau das Gegenteil erreicht. Er hätte besser weiterhin in der Ostukraine die pro-russischen Separitisten unterstützrm sollen. Damit wäre eine Natomitgliedschaft auch ausgeschlossen gewesen. Putin hat mit Sicherheit die Sanktionen einkalkuliert. Aber nicht mit diesem enormen Ausmaß der Sanktionen gerechnet. Das wird Russland wirtschaftlich das Genick brechen. Volksaufstände sind vorprogramiert.

  4. Paul Buchfeld sagt:

    Die russische Armee wird zwar gewinnen, diese wird aber nicht eine pro-russische Regierung ohne ständige ukrainische Volkswiderstände instalieren können. Auch die harten Wirtschaftssanktionen werden auf Dauer dazu führen dass Putin innenpolitisch immer mehr unter Druck gerät. Irgendwann werden sich die Russen wieder nach normalen Verhältnissen sehnen auch unter der Bedingung einer Beendigung des Besatzungszustands in der Ukraine. Auf Dauer ist das das Ende der Ära Putin.

    • Deutscher Beobachtungsposten sagt:

      Wer’s glaubt!!!

      • Sylvester Ohnemus sagt:

        Wer’s glaubt bedeutet im weitesten Sinne etwas Führwahrhalten. In diesem Fall ist es eine rationale Wahrscheinlichkeit des Abwägen einer Situation mit dem abgleichen aus vorangegangen Erfahrungen. Ihre Argumente bestehen lediglich aus einer gespeisten Wahrnehmung die sich aus ihrer Denkweise ableitet. Das hat wenig mit der Realität zu tun. Welche Art von Argumente sind denn diskutierbar? Was wäre wenn ihre Einstellung sich als falsch herausstellen würde? Was machen Sie an ihrer Arbeit wenn ein Fehler bemerkt wird der zwingend korrigiert werden muss weil beispielsweise der Leitungsquerschnitt für die Durchflussmenge zu gering wäre? Würden Sie das ebenfalls ignorieren? Die alternative Szene ist keine Alternative für die Menschen, höchstens man hat sich dazu entschlossen alles in Frage zu stellen, weil man den Dingen eine neue Bedeutung gibt.
        Mit ihrem „Wissen“ sind Sie in der Lage lauter kleine Einsteins zu düpieren.
        Schöne neue Weltordnung!!!

    • Hakan Hansson sagt:

      Don’t forget how this started.. A) Ukraine was invited to NATO (june 2021). B) Ukraine withdraw from Negotiations in late 2021. Soo, what does Putin wants? Probably a combination of A -B solutions. For sure Russia does not need its own Fallujah / Iraq War.

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