ZUERST!-Hintergrund: Mediziner-Studie weist nach: Harter Corona-Lockdown praktisch wirkungslos

16. Januar 2021
ZUERST!-Hintergrund: Mediziner-Studie weist nach: Harter Corona-Lockdown praktisch wirkungslos
Kultur & Gesellschaft
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Stanford/Kalifornien. Es ist eine glatte Ohrfeige für die rigide Lockdown-Politik der meisten europäischen Länder: Forscher um den Medizinstatistiker John P. A. Ioannidis der unter anderem an der Stanford-Universität tätig ist, konnten jetzt in einer Metastudie nachweisen, daß die harten Lockdown-Maßnahmen praktisch keinen Effekt auf die Ausbreitung des Corona-Virus haben.

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In der Studie, die in der Fachzeitschrift „European Journal of Clinical Investigation“ begründet das Team seine Untersuchungen damit, daß die verbreitete Lockdown-Politik mit zahlreichen schweren Schäden als zwangsläufigen Nebeneffekten einhergeht – etwa Hunger, einer Zunahme von Drogenabhängigkeiten, aufgeschobenen Operationen, häuslicher Gewalt, Selbstmorden und wirtschaftlichen Schäden für die Gesundheitssysteme.

Die Forscher verglichen die Daten zur Wirksamkeit von „nicht-pharmazeutischen Eingriffen“, also staatlichen Eingriffen wie Geschäftsschließungen und Ausgangssperren, während der „ersten Welle“ im Frühjahr 2020 in zehn Ländern, darunter die USA, die Niederlande, Iran, Frankreich, Deutschland, England, Italien, Spanien sowie in Südkorea und Schweden.

Der Befund ist ernüchternd und spricht der harten Lockdown-Linie Hohn, wie sie etwa auch von deutschen Politikern unisono verfolgt wird. Denn in neun der zehn untersuchten Länder gingen die Maßnahmen mit einem weiteren Anstieg der Ansteckungszahlen einher. Ioannidis’ Team stellte außerdem fest, daß Todesfälle in Pflegeheimen, die mit Corona in Zusammenhang gebracht werden, im Winter 2020 in Staaten mit hartem Lockdown wesentlich häufiger auftraten als in Ländern mit weniger einschneidenden Maßnahmen.

Die Wissenschaftler stellen auch klar, daß Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit oder eine koordinierte Kommunikation über die Corona-Krise durchaus sinnvoll seien. Sie konnten jedoch keinerlei Vorteile als Folge von Ausgangssperren oder Geschäftsschließungen nachweisen. Mehr noch: „Selbst wenn diese Vorteile existieren, wiegen sie aber möglicherweise nicht die zahlreichen Schäden dieser aggressiven Maßnahmen auf.“

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Eine vergleichbare Reduzierung der Zahl mutmaßlicher Neuinfektionen ließe sich den Forschern zufolge auch durch weniger einschneidende Maßnahmen erreichen. Im Endeffekt hätten Länder wie Deutschland, England und Frankreich durch staatliche Eingriffe in das öffentliche Leben also nicht mehr erreicht als Schweden oder Südkorea, die zunächst auf eher moderate Restriktionen setzten.

Die Forscher weisen in ihrer Studie auch darauf hin, daß die „Kollateralschäden“ eines Lockdowns – vor allem die Folgen von Schulschließungen – ernsthafte Nachwirkungen haben: Schätzungen zufolge könnten die Schulschließungen in den USA zu Schäden führen, die einem Äquivalent von 55 Milliarden Lebensjahren für die Kinder entsprechen. Bei künftigen politischen Entscheidungen sollte dies laut Ioannidis zwingend berücksichtigt werden.

Auch deutsche Wissenschaftler wiesen zuletzt darauf hin, daß die deutsche Corona-Linie praktisch nichts bewirkt hat. So erlärte der Mediziner Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), gegenüber der „Bild“-Zeitung, daß der Lockdown in Deutschland nicht zu wirken scheine: „Der Lockdown, der jetzt seit Anfang November anhält, hat quasi nichts gebracht.“ (mü)

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