Bagdad meint es ernst: Irakische Regierung will über US-Abzug verhandeln

13. Januar 2020
Bagdad meint es ernst: Irakische Regierung will über US-Abzug verhandeln
International
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Bagdad/Washington. Während Washington abwiegelt und auf Zeit zu spielen versucht, ist es der irakischen Regierung mit dem amerikanischen Truppenabzug aus ihrem Land durchaus ernst. Der geschäftsführende Präsident Mahdi hat jetzt von US-Außenminister Pompeo in einem Telefonat gefordert, Gesandte in den Irak zur Erarbeitung eines Prozederes für den Abzug der US-Truppen zu schicken.

Washington soll laut Mahdi seine Vertreter in den Irak entsenden, um die Umsetzung des Beschlusses des irakischen Parlaments über einen sicheren Abzug der ausländischen Truppen zu gewährleisten.

Zwei Tage nach der Ermordung des iranischen Generals Soleimani durch einen amerikanischen Drohnenangriff im Irak hatte das irakische Parlament für die Aufkündigung des Abkommens mit der US-geführten Anti-IS-Koalition und für den Abzug aller ausländischen Truppen aus dem Irak gestimmt. Schon wenige Tage später, am 6. Januar, erklärte der Sprecher des Oberbefehlshabers der irakischen Streitkräfte, Abdul Karim Khalaf, daß die Vorbereitung des Mechanismus für den Abzug der US-amerikanischen Truppen bereits begonnen habe.  Daraufhin drohte US-Präsident Trump dem Irak mit ernsten Folgen und kündigte Sanktionen an. (mü)

Ein Kommentar

  1. Eidgenosse schreibt:

    Völker wollen keine Schlachtfelder stellen für hegemoniale Interessen der USA. Schneller als wir annehmen werden die US Truppen fast überall vertrieben werden. Ob es dann friedlicher wird? Jedenfalls laufen die USA bei mir unter „Kriegstreiber“ und damit könnte ein grosser Störfaktor verschwinden. Sofern Moskau und Peking eine grössere Kontrolle ausüben sollten, wäre es angebracht sich frühzeitig auf diese Seite zu begeben – das gilt für ganz Europa.

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