Heile Welt adé: Erdrutsch in der Schweiz – 20 Prozent wählen grün

22. Oktober 2019
Heile Welt adé: Erdrutsch in der Schweiz – 20 Prozent wählen grün
International
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Bern. Die Zeiten, in denen die Schweiz eine Art Heile-Welt-Enklave war, sind vorbei. Bei der Parlamentswahl am Sonntag konnten nunmehr auch in der Schweiz die Grünen massive Zugewinne verbuchen. Sowohl die linke Grüne Partei als auch die eher bürgerliche Grünliberale Partei legte kräftig zu: die Grüne Partei schaffte es mit 13 Prozent erstmals auf Platz vier, die Grünliberalen legten um 2,9 Prozent auf nunmehr 7,6 Prozent zu. Fast alle Regierungsparteien verloren demgegenüber. Das Ergebnis führen Beobachter auf die auch in der Schweiz von den Medien herbeigeschriebene Klima-Hysterie zurück.

Die Ergebnisse im einzelnen: die bürgerlich-konservative Schweizerische Volkspartei (SVP) kam mit 25,8 Prozent zwar wieder auf Platz eins, büßte aber 3,6 Prozent ein. SVP-Chef Albert Rösti wertete es in der Elefantenrunde des Schweizer Fernsehens (SRF) als Erfolg, daß seine Partei „trotz monatelanger Diskussionen aller Medien über das Klima“ immer noch von einem Viertel der Schweizer gewählt worden sei.

Auf Platz zwei landeten die Sozialdemokraten (SP) mit 16,6 Prozent (-2,2 Prozent), Platz drei erreichte die liberale FDP mit 15,3 Prozent (-1,1 Prozent). Auch wenn die vierte Regierungspartei, die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP), Stimmen dazugewinnen konnte und 11,4 Prozent erreichte, wurde sie von der Grünen Partei überholt.

Bei Schweizer Parlamentswahlen sind große Verschiebungen selten. Die Regierungszusammensetzung ist seit sechs Jahrzehnten praktisch unverändert. SVP, SP, FDP und CVP teilen sich die sieben Sitze im Bundesrat (Regierung). Umso größer ist die politische Sensation nun durch die Erfolge der beiden Grünen-Parteien, die im künftigen Nationalrat über ein Fünftel der 200 Mandate verfügen. Kleinere bürgerliche und rechte Parteien gerieten beim Urnengang massiv unter die Räder. (mü)

Ein Kommentar

  1. Eidgenosse schreibt:

    Nicht ganz falsch was da geschrieben steht, aber von aussen betrachtet gelingt die Analyse der Schweizer Politik nicht. Klar, die SVP hat Stimmen verloren, vor allem sind ehemalige Wähler in das Lager der Nicht-Wähler gewandert. Die Wahlbeteiligung war mit 45% katastrophal – viele „Rechte“ blieben zuhause. Nun muss man aber sehen, dass der Schweizer Konservative zuhause bleibt weil die ehemals „bürgerliche“ Mehrheit im Nationalrat in der letzten Legislatur dadurch glänzte, die Masseneinwanderungsinitiative (vom Volk angenommen)als Verfassungsartikel in keinem Punkt umzusetzen und somit das Parlament, namentlich CVP und FDP, den Volkswillen torpedierten. Genau das führt wie von den getarnten Linken gewünscht zur Wahlabstinenz. Das ist zwar grottenfalsch aber verständlich. Das Problem sind daher nicht die erstarkten Grünen sondern die CVP und die FDP, die sich bürgerlich geben aber kein Problem mit einem Verfassungsbruch haben. Diesen getarnten Linken wurde bislang die Maske noch nicht vom Gesicht gerissen. Insofern stand und steht die SVP (mit der AfD vergleichbar) allein gegen den Links-Block. Das war aber schon lange so und die „heile Welt“ in der Schweiz ist schon lange Geschichte. Falls jetzt noch das „Rahmenabkommen“ mit der EU vor dem Volk durchkommt, gibt es keinen Grund mehr in die Schweiz einzuwandern, obwohl der Druck natürlich weiter zunehmen wird. Es ist ein Ausplünderungsabkommen das die Schweizer Verfassung ausser Kraft setzt.

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