EU will Serbiens Beitritt diktieren: Belgrad soll Abkommen mit Rußland und der Eurasischen Wirtschaftsunion stornieren

19. September 2019
EU will Serbiens Beitritt diktieren: Belgrad soll Abkommen mit Rußland und der Eurasischen Wirtschaftsunion stornieren
International
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Brüssel/Belgrad. In der EU mehren sich die Stimmen, die verstärkt auf einen baldigen EU-Beitritt der sogenannten „Westbalkan-Staaten“ Serbien und Montenegro drängen. Dabei ist vor allem Serbien ein geostrategischer Zankapfel zwischen Ost und West – traditionell verfügt Belgrad über enge Verbindungen zu Rußland. Auch die Demütigung der Abtrennung des Kosovo infolge des NATO-Überfalls im Frühjahr 1999 ist bis heute nicht vergessen, zumal sich Belgrad weigert, die Unabhängigkeit des Kosovo offiziell anzuerkennen und die verbliebene serbische Minderheit im Kosovo im Stich zu lassen.

Jetzt hat sich Österreich zu Wort gemeldet. Ex-Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz erklärte, Wien würde jedes Abkommen zwischen Serbien und Kosovo unterstützen, auch eine mögliche Änderung der Grenze. Dies sagte Kurz der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug in einem Interview in Wien.

Pikanterweise betonte Kurz ausdrücklich, daß Belgrad für einen EU-Beitritt auch seine bilateralen Handelsvereinbarungen mit Rußland und mit der von Moskau initiierten Eurasischen Wirtschaftsunion aufgeben müßte, bevor es der EU beitritt. Serbien dürfe nicht übersehen, daß es 63 Prozent seines Handels mit der EU abwickle und nur 10 Prozent mit Rußland, sagte er.

Belgrad hatte erst vor wenigen Wochen seinen Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion angekündigt und war zudem einer Zollunion mit Rußland beigetreten.

Auch die neue EU-Kommission unter ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen werde die Beitrittsgespräche mit Serbien und Montenegro intensivieren, kündigte Kurz an. (mü)

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