SPD-Rußlandexperte: „Gefahr einer unmittelbaren Konfrontation nicht auszuschließen“

7. Oktober 2016
SPD-Rußlandexperte: „Gefahr einer unmittelbaren Konfrontation nicht auszuschließen“
International
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Berlin. Unter Experten wächst die Sorge über die eskalierende Konfrontation zwischen Rußland und den USA. Gernot Erler (SPD), der Rußlandbeauftragte der Bundesregierung, sagte jetzt im ZDF: „Die Gefahr einer unmittelbaren Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland” sei vor den anstehenden US-Wahlen nicht auszuschließen. Es gebe eine Reihe von „Signalen aus Rußland“, die zeigen, daß man im Augenblick vor keiner Konfrontation zurückschrecke.

Wegen der Aussetzung des Plutonium-Vernichtungsabkommens durch Rußland gebe es in Washington Überlegungen zu einem militärischen Vorgehen. Rußland habe S300- und S400-Flugabwehrsysteme stationiert, was als Warnung an die amerikanische Seite verstanden werde, ließ Erler das ZDF wissen. Tatsächlich werde neben diplomatischen, geheimdienstlichen und wirtschaftlichen Optionen ein militärisches Vorgehen in den USA geprüft. „Die Situation ist sehr sehr angespannt, weil wir nicht wissen, wie das Ergebnis der Prüfung sein wird“, sagte Erler.

Auf die Frage, welche Rolle der Ausgang der Präsidentschaftswahlen bei den amerikanischen Überlegungen spiele, meinte Erler: bei Hillary Clinton könne man von einer weitgehenden Kontinuität in der US-Außenpolitik ausgehen. Hingegen habe man von Donald Trump bisher „nur sehr widersprüchliche Aussagen zur Außen- und Sicherheitspolitik gehört”.

Laut „Washington Post“ hatte Trump im September innerparteilichen Gegnern unter den Republikanern vorgeworfen, sie wollten „den Dritten Weltkrieg wegen Syrien anzetteln”. Davon distanziert sich Trump inzwischen. Seine Syrien-Strategie umriß er in einer Wahlkampf-Rede mit den bündigen Worten: „Rußland möchte ISIS kriegen, oder? Wir wollen ISIS kriegen. Rußland ist in Syrien – vielleicht sollten wir die das machen lassen? Laßt die das machen.”

Auch wegen solcher Aussagen zeichnen Experten wie Erler ein unklares Bild der künftigen Entwicklung in Syrien – sollte Trump ins Weiße Haus einziehen, würde es für die „Falken“ in der US-Administration erheblich schwieriger, ihren Kriegskurs wie bisher fortzuführen. Entscheidungen müßten aus ihrer Sicht deshalb vor den Wahlen im November erfolgen. (mü)

5 Kommentare

  1. Der tut nix sagt:

    Hatte hier einen Kommentar: Leider nicht veröffentlicht Warum?
    Jeder kann sich über Büchel und Umgebung selbst informieren liebe Redaktion!!
    Keine juristische Hürde in Sicht!!!

  2. Martin Gerez sagt:

    Die Russen haben endlich kapiert dass es egal ist ob sie die „Wuensche“ oder Erwartungen der USA und ihrer „Partner“ in Europa erfuellen oder nicht: Die USA und ihre NATO „Partner“ haben das „final objective“ der Zerstueckelung Russlands. Also gibt es fuer die Russen nur einen Weg: Die Verteidigung ihrer Nation. Und fuer diese Verteidigung sind „befreundete Nationen“ positiv. In Beringmeer ist die Enfernung zwischen einer amerikanischen Insel Alaskas und einer siberischen Insel Russland nur drei Kilometer. Ein Tunnel zwischen Alaska und Siberien ist moeglich. USA ist nicht interessiert an der Ukraine, sondern an Siberien. „Associated States“ (wie in Micronesia) in Siberien wuerde den USA erlauben auch China vom Norden einzukreisen.

  3. Matthias Huebner sagt:

    Versteht es die deutsche Bevölkerung endlich!? Trump ist im Moment der beste Kandidat für die Wahl! Mit „Cillory“ wird es Krieg geben, die Bonzen haben ihre Bunker schon vorbereitet. Wenn ein Klaus Kleber im „heute Journal“ gegen Trump Propaganda macht und die gesamte Luegenpresse auch, dann muss der Trump richtig gut sein! Trump ist die AFD der USA!!! Russland will den Frieden! Wir sollten auf die Straße gehen und keinen Fußball gucken

  4. B. Fahr sagt:

    Von einem leitenden sog. Sozialdemokraten kann man nichts Wahres und nichts Deutschfreundliches erwarten. Seit Jahrzehnten gehen doch die Konfrontationen von einer völkermörderischen Leichen-, Ruinien- und Flüchtlingsproduktionsfabrik mit drei Buchstaben aus, nämlich von den USA, genauer von deren Außenpolitik, auf die Gewählte weniger Einfluss haben als Auerwählte.

  5. Tim Buktu sagt:

    Ach so, Russland betreibt Konfrontation ?
    Der Erler hat sie auch nicht mehr alle.
    Wessen Massenmörder ( Genreralstab ) droht Russland mit Krieg ?

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