Schwächelnde Weltwirtschaft: IWF mahnt „kraftvolle politische Gegenmaßnahmen“ an

7. September 2016
Schwächelnde Weltwirtschaft: IWF mahnt „kraftvolle politische Gegenmaßnahmen“ an
Wirtschaft
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Hangzhou. Vor dem G-20-Gipfel im chinesischen Hangzhou hat der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer schwächelnden Weltwirtschaft gewarnt und bei der Politik eine aktivere Einflußnahme auf das ökonomische Geschehen angemahnt. Wörtlich heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht für die G20-Staats- und Regierungschefs: „Die jüngsten Daten zeigen gedämpfte Aktivitäten, weniger Wachstum im Handel und eine sehr niedrige Teuerung, was auf ein noch schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft dieses Jahr hindeutet.“

IWF-Chefin Christine Lagarde wurde konkreter: 2016 werde das fünfte Jahr in Folge sein, in dem das globale Wachstum unter dem Durchschnittswert von 3,7 Prozent aus den Jahren 1990 bis 2007 liegen werde, sagte sie und mahnte ausdrücklich die Einmischung der Politik an. „Ohne kraftvolle politische Gegenmaßnahmen könnte die Welt lange an einem enttäuschenden Wachstum leiden.“

Angesichts der bestehenden Wachstumsgefahren drängt der IWF die großen Schwellen- und Industrieländer der G20 in seinem Bericht zu einer „energischen, umfassenden und gut kommunizierten Politik“. Die Regierungen müßten dabei ihre Politik auch „besser vermitteln“, und zwar insbesondere den Bürgern gegenüber, denn auf diese kämen Anpassungen und Veränderungen zu. Der IWF registriert wachsende Ängste gegenüber der Globalisierung und Reformen.

Gerade Strukturreformen, argumentiert der IWF, seien ein entscheidendes Mittel, um das weltwirtschaftliche Wachstum zu stärken. In Ländern mit zu schwacher Nachfrage sollte die Geld- und die Finanzpolitik stärker eingreifen, um das Wachstum zu fördern. In Regionen, in denen die Geldpolitik ihre Spielräume weitgehend ausgeschöpft habe, liege es an der Finanzpolitik, aktiver zu werden. (mü)

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