Strafanzeige wegen Glyphosat-Studie: Monsanto & Co. verschleiern Krebsrisiken

22. April 2016
Strafanzeige wegen Glyphosat-Studie: Monsanto & Co. verschleiern Krebsrisiken
Wirtschaft
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Europäische Umweltschutzorganisationen haben eine Strafanzeige gegen den US-amerikanischen Chemiekonzern Monsanto, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit gestellt. Ihnen wird vorgeworfen, Studien über die Folgen der Verwendung des umstrittenen Pestizids Glyphosat bewußt falsch interpretiert und wiedergegeben zu haben, „um die Wiederzulassung des europaweit meist genutzten Pflanzenvernichtungsmittels zu ermöglichen“ („Tagesspiegel“).

Monsanto & Co. wird vorgeworfen, Krebsrisiken des Pestitzids verschleiert zu haben. „Die Pestizidhersteller haben diesen Studien bereits im Zulassungsantrag fälschlich methodische Fehler unterstellt. Das BfR hat diese Falschdarstellungen kritiklos übernommen“, so der Bremer Epidemiologe und Gutachter Eberhard Greiser. „Mein Eindruck ist, daß auf diese Weise praktisch alle epidemiologischen Studien, die der Wiederzulassung von Glyphosat im Wege stehen, systematisch aussortiert wurden.“

Seit Monaten verhandeln die Mitgliedsstaaten der Europäischen Kommission über die Wiederzulassung des sogenannten Breitbandpestizids, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO zu Beginn des Jahres als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft wurde. Der größte Hersteller Monsanto sowie das BfR widersprachen dieser Einordnung und stuften das Pflanzenschutzmittel ihrerseits als „nicht krebserregend“ ein.

Mitte Mai will die EU-Kommission über das mögliche Wiederzulassung entscheiden. In der Bundesrepublik Deutschland werden „etwa 40 Prozent der Ackerfläche mit glyphosathaltigen Pflanzengiften behandelt“, so der „Tagesspiegel“. (sp)

 

Bildquelle: Wikimedia/Moros/GNU Free Documentation License

2 Kommentare

  1. Talvisota sagt:

    Wäre Glyphosat krebserregend, dann wäre es den Bauern als Anwender zuerst aufgefallen, aber da lässt sich auch nach fast 40 Jahren keine höhere Krebsquote nachweisen. Sie wollen Glyphosat behalten, weil es die günstigste und umweltfreundlichste Möglichkeit der Unkrautbekämpfung ist. Dieses dubiose „Umweltinstitut“, ein Verein, der als Tarnorganisation der Grünen „unabhängige“ Stimmung macht, propagiert Biolandwirtschaft. Denen ist Glyphosat schon heute verboten. Sie ersetzen es durch massenweises Verbrennen von Gas und Diesel zur mechanischen/thermischen Unkrautbekämpfung und die dabei entstehenden Abgase sind nicht nur zweifelsfrei krebserregend, es sterben laut WHO jährlich über 7 Mio. Menschen dran.
    Wer es unbedingt Glyposatfrei möchte, der kann es sofort haben in dem er einfach konsequent Bio kauft. Das machen allerdings die wenigsten, trotz medialer Endlospropaganda liegt der Bioanteil an Lebensmitteln gerade mal bei 3%.

  2. lucki sagt:

    Beamtenhaftung und Politikerhaftung muss dringend her.
    Damit die auch zur Veranwortung gezogen werden können.
    Haftbar mit ihrem Privatvermögen.
    Dann hören diese Schweinereien und Lobbykriechereien auf.

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