Negativzinsen und Altersarmut: Gefahren für deutsche Sparer

14. April 2016
Negativzinsen und Altersarmut: Gefahren für deutsche Sparer
Wirtschaft
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Berlin. Den Banken droht eine Kapitalflucht, sofern sie beginnen sollten, Negativzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten oder Sparbücher zu erheben. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK hervor.

Sollte dieser Fall eintreten, das ergab eine Umfrage unter Sparern, würden nur zehn Prozent ihr Geld bei der jeweiligen Bank lassen. Jeder zweite Befragte würde seine Ersparnisse abheben und privat aufbewahren. Weitere 40 Prozent würden es in Produktivkapital wie Aktien umschichten. Diese Möglichkeit zogen vor allem Wohlhabendere in Betracht.

Bert Flossbach, Chef des Vermögensverwalters Flossbach von Storch, in dessen Auftrag die Studie erhoben wurde, bewertete das Ergebnis gegenüber der Zeitung „Die Welt“. „Negativzinsen werden von Privatpersonen offensichtlich nicht toleriert. Die Bank dafür zu bezahlen, daß man ihr die Ersparnisse überläßt, dürfte für viele Deutsche eine unüberwindbare psychologische Hürde darstellen.“ Angesichts der Minuszinz-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) gelten Negativzinsen als durchaus möglich.

Ungeachtet der Auswirkungen von möglichen Strafzinsen haben die Deutschen im Alter immer weniger Geld. Unlängst ergaben Recherchen und Berechnungen des WDR, daß jeder zweite Arbeitnehmer, der nach 2030 in Rente geht, von Altersarmut bedroht ist. Grund dafür ist das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente, die 2030 nur noch 43,5 Prozent des Bruttodurchschnittslohns der gesamten Lebenszeit betragen wird. Vor dem Hintergrund der vielen Teilzeitarbeiter, Mini-Jobber und Solo-Selbstständigen, die ohnehin mit geringen Löhnen auskommen müssen, drohe die Altersarmut zum Massenphänomen zu werden. (ag)

Ein Kommentar

  1. Nack sagt:

    Sollte Euch die Bunte Republik nicht Euer Erspartes rauben, macht es der crash!

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