Österreichischer Wirtschafts-Präsident: „Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok“.

6. April 2016
Österreichischer Wirtschafts-Präsident: „Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok“.
Wirtschaft
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Wien. Widerstand gegen die EU-Sanktionen gegen Rußland regt sich seit langem auch in Österreich. Jetzt hat der Präsident der österreichischen Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, nachgelegt. Er hält die Rußland-Sanktionen für schlichtweg „unsinnig“.

Leitl will nächste Woche im Rahmen einer Reise nach Moskau zusammen mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer auch mit Kremlchef Putin sprechen, um die Schaffung einer „Freihandelszone über den ganzen Kontinent, von Lissabon bis Wladiwostok” zu erörtern. Medien zitieren Leitl mit der Feststellung, daß man Rußland immer wieder als Partner brauche. Wenn ein Arzt zwei Jahre lang ein Medikament erfolglos anwende, müsse er die Therapie überdenken – in gleicher Weise müsse jetzt auch über ein Ende der Sanktionen nachgedacht werden.

Rußland habe „im Iran eine konstruktive Rolle gespielt und sich auch in Syrien positiv eingebracht”. Es sei schade, daß in Europa immer noch „einige glauben, nur mit Drohgebärden Politik machen zu können”.

Die von Leitl favorisierte gesamteuropäische Freihandelszone könnte nach Auffassung des österreichischen Wirtschafts-Präsidenten für ganz Europa vorteilhaft sein, weil sie „Europa im globalen Wettbewerb gegenüber anderen Kontinenten unheimlich stärken” würde. Außerdem schaffe gemeinsame wirtschaftliche Aktivität Vertrauen, „damit könnten auch die Voraussetzungen besser werden, daß man sich nicht voneinander abgrenzt, sondern in einen Dialog kommt”, so Leitl.

Allerdings dürfte der Kreml für derlei Avancen die falsche Adresse sein – der russische Präsident Putin hat mit der Schaffung der Eurasischen Wirtschaftsunion in den letzten Jahren ohnehin bereits viel an Vorleistung erbracht und den Europäern mehr als ein konstruktives Angebot zur Mitarbeit unterbreitet. Die Blockierer sitzen in Brüssel und Washington, nicht in Moskau. (mü)

2 Kommentare

  1. lucki sagt:

    Herr Präsident der österreichischen Wirtschaftskammer, Christoph Leitl,
    täte weit besser daran, seine österreichischen Politiker einzunorden.
    So lange die in ebenso hündisch devoter Art und Weise den Amis in den axxxxx kriechen ( siehe erzwungene Landung von Morales ) wird sich garnichts ändern.
    Folglich ist es nur prima, wenn diesen scheinheiligen Heuchlern reihenweise Unternehmen pleite gehen.
    learning by doing………….

  2. Bürgerfreund sagt:

    Ein solches Abkommen wäre dem verbrecherischem TTIP unbedingt vorzuziehen!

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