Strategischer Erfolg: USA liefern ab sofort Fracking-Gas nach Europa

27. März 2016
Strategischer Erfolg: USA liefern ab sofort Fracking-Gas nach Europa
Wirtschaft
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Brüssel. Eine Nachricht, die viele überrascht: ab sofort importiert Norwegen Schiefergas, das mit der umstrittenen „Fracking“-Methode gefördert wurde, per Schiff aus den USA. Am Mittwoch traf die erste Lieferung in Europa ein. Das US-Gas sei billiger als das in Norwegen geförderte Gas, heißt es.

Der Gastanker dockte am Mittwoch-Vormittag in Rafnes an, wo das petrochemische Unternehmen Ineos seinen Sitz hat. Die 27.500 Kubikmeter Ethangas aus Fracking-Förderung sollen zur Herstellung von Kunststoffprodukten verwendet werden. Ab sofort soll das Unternehmen in Norwegen einmal pro Woche eine Lieferung aus den USA erhalten.

Die Fracking-Lieferung bedeutet einen Erfolg der US-Gaslobby im Kampf um den europäischen Markt. Bislang hatten die USA Schwierigkeiten, ihr Schiefergas nach Europa zu verkaufen, weil die Fracking-Methode sehr teuer und überdies riskant und umweltschädlich ist. Der fallende Ölpreis verstärkte den Druck auf die US-Energieunternehmen zusätzlich. Darüber hinaus gab es auch rechtliche Schwierigkeiten, US-Fracking-Gas in die EU zu importieren. Doch im Februar änderte die EU-Kommission die Regeln, weshalb das umstrittene Fracking-Gas jetzt auch in die EU importiert werden kann. Die Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein, die es den USA ermöglicht, Rußland den umkämpften europäischen Energiemarkt streitig zu machen. (mü)

Ein Kommentar

  1. Peter Werner sagt:

    „Die Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein, die es den USA ermöglicht, Rußland den umkämpften europäischen Energiemarkt streitig zu machen.“

    Na ich weiß nicht… Fracking ist wie schon erwähnt teuer. Und der Transport per Schiff ebenfalls. Dazu muß das Gas auch noch verflüssigt werden. Daß die USA auf diese Weise den Russen preislich Konkurrenz machen können, wenn die das Erdgas einfach durch die Pipeline schicken, glaube ich eher nicht.

    Es hat wohl eher symbolischen Wert: „Auch wenn die EU kein russisches Erdgas haben will/kann, dann können immer noch die Amis einspringen“. Obwohl ich auch das für zweifelhaft halte. Denn die Mengen, die Europa braucht, können die USA per Fracking und Schiff niemals liefern.

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