Japan: Regierung hält an restriktiver Asylpolitik fest – elf Asylbewerber in 2014

11. Dezember 2015
Japan: Regierung hält an restriktiver Asylpolitik fest  – elf Asylbewerber in 2014
International
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Tokyo. Im Gegensatz zu Deutschland vertraut Japan seit Jahrzehnten auf eine restriktive Asylpolitik. Zwar melden sich auch in dem Land Kritiker zu Wort, doch die Regierung beharrt auf ihrem Kurs.

Im Jahr 2014 wurden in dem Inselstaat 5.600 Asylanträge gestellt. Davon wurden nur elf angenommen. Diese Zahlen sind durchaus repräsentativ für die Politik des Landes. Die beruht nicht zuletzt auf einer sehr strengen Auslegung der Uno-Flüchtlingsresolution aus dem Jahr 1951. In Japan müssen „Flüchtlinge“ Beweise dafür erbringen, daß sie persönlich verfolgt werden. Der Migrantenanwalt Hiroshi Miyauchi sagte gegenüber der „Neuen Züricher Zeitung“: „Die japanischen Behörden verlangen praktisch gleich stichhaltige Beweise wie in einem Zivilprozeß.“ Daher würden in Japan im Jahr durchschnittlich nur 2,7 Prozent der gestellten Asylanträge anerkannt.

Im Gegenzug tut sich Japan bei Zahlungen für das Uno-Flüchtlingshilfswerk besonders hervor. So kündigte die Regierung unlängst an, daß man 810 Millionen Dollar für die Bewältigung der Krise in Syrien und dem Irak zahlen wolle. Kritiker von Asylorganisationen und ähnlichen Gruppen fordern hingegen, Japan solle sich für Asylanten öffnen. Ministerpräsident Shinzo Abe antwortet auf solche Vorschläge: „Bevor Japan Immigranten oder Flüchtlinge aufnimmt, müssen wir aus demografischer Sicht zuerst die Teilnahme von Frauen und Älteren am Arbeitsmarkt fördern und die Geburtenrate erhöhen.“ (ag)

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