Ifo-Studie: Syrien-Einwanderer sind eher unterdurchschnittlich gebildet

3. November 2015
Ifo-Studie: Syrien-Einwanderer sind eher unterdurchschnittlich gebildet
National
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München. Noch immer werden Politiker nicht müde, die in Massen nach Deutschland drängenden „Flüchtlinge“ als Bereicherung für die bundesdeutsche Aufnahmegesellschaft anzupreisen und insbesondere auf ihre beruflichen Qualifikationen zu verweisen. Doch die Realität sieht anders aus.

Ausdrücklich vor einer Überschätzung des Bildungsstandards vieler „Flüchtlinge“ aus Syrien hat jetzt das Münchner Ifo-Institut gewarnt. Nach einer Ende Oktober vorgelegten Auswertung sollen nämlich stattliche rund 60 Prozent der nach Deutschland gekommenen Syrer über keine oder nur grundlegende Bildungskenntnisse verfügen.

Die Autoren der Untersuchung, Gabriel Felbermayr und Michele Battisti, berufen sich dabei auf Erhebungen des türkischen Amtes für Katastrophen- und Notfallmanagement (AFAD). Die AFAD hatte bereits 2013 den Bildungshintergrund der „Flüchtlinge“ aus dem Nachbarland Syrien untersucht. Dabei kam Ernüchterndes zutage: nur ein Fünftel der befragten Personen konnte eine höhere Qualifikation als den Hauptschulabschluß angeben. Gerade einmal elf Prozent hatten einen dem deutschen Abitur vergleichbaren Abschluß, knapp neun Prozent hatten einen Abschluß an einer Universität.

Diese Daten glichen die beiden Wissenschaftler mit einer Studio der UNESCO aus dem Jahr 2009 ab. Damals herrschte noch kein Bürgerkrieg in Syrien. Aus den Unterschieden zwischen beiden Datenbasen ließ sich erkennen, daß vermehrt Bessergebildete die Flucht ins Ausland wagen. Allerdings beruhten die Zahlen von 2013 auf freiwilligen Angaben, während die Daten der UNESCO durch Vorlage von Dokumenten und Zeugnissen zertifiziert wurden.

Der Schluß ist naheliegend, daß augenscheinlich die besser gebildeten Syrer als erste das Land verlassen haben. Von diesen sind überproportional viele in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen. Der Bildungsstand der nachfolgenden Gruppen von Syrern fällt aber erkennbar immer mehr ab.

Die Autoren des Ifo-Aufsatzes schlagen eine Abschaffung des Mindestlohns vor, um die Aussichten für eine erfolgreiche Integration der Syrien-Zuwanderer in den bundesdeutschen Arbeitsmarkt zu verbessern. Sie empfehlen auch keine Teilaussetzung, sondern vielmehr: „Der Mindestlohn sollte (…) für alle Arbeitnehmer abgeschafft werden. Verteilungspolitische Ziele werden besser mit einem Kombi-Lohn verfolgt als mit einem staatlichen Eingriff in die Lohnstrukturen.“

Vor der Illusion, aus Syrien kämen außergewöhnlich gut qualifizierte Zuwanderer nach Deutschland, hatte in den letzten Wochen auch Bundesarbeitsministerin Nahles (SPD) wiederholt gewarnt. „Nicht alle, die da kommen, sind hoch qualifiziert. Der syrische Arzt ist nicht der Normalfall“, hatte die Ministerin erst unlängst eingeräumt und bekräftigte damit ihre Einschätzung, daß die meisten der jetzt nach Deutschland kommenden „Flüchtlinge“ weder für die Ausbildung noch für einen Arbeitsplatz in der Bundesrepublik hinreichend qualifiziert seien. (mü)

Ein Kommentar

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