NATO vor Zerreißprobe: Slowakischer Ministerpräsident lehnt russische Syrien-Intervention nicht ab

19. Oktober 2015
NATO vor Zerreißprobe: Slowakischer Ministerpräsident lehnt russische Syrien-Intervention nicht ab
International
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Preßburg. Rußlands erfolgreiche Syrien-Intervention wird für die NATO offenbar immer mehr zur Zerreißprobe. Jetzt hat sich mit dem Mitgliedsland Slowakei erstmals ein NATO-Staat offen an die Seite Moskaus gestellt. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat jetzt erklärt, daß er das russische Eingreifen im Syrien-Konflikt nicht grundsätzlich ablehnt. „Ob nun ein amerikanischer Angriff auf Ziele des Islamischen Staates oder ein russischer Angriff erfolgreich ist, in beiden Fällen gilt das gleiche“, sagte der Sozialdemokrat im slowakischen Rundfunk. Er habe keine ideologischen Scheuklappen.

Nach Ansicht Ficos setzt eine Lösung des Konflikts zudem eine Einbindung des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad voraus.

Rußland setzt seine Luftangriffen gegen den IS unterdessen fort. „Erstens verteidigen wir unsere nationalen Interessen, und zweitens haben wir die Zustimmung der örtlichen Führung“, erklärte Regierungschef Dmitri Medwedew in einem Interview des russischen Staatsfernsehens. Moskau lehnt das völkerrechtswidrige Ansinnen ab, ein gewähltes Staatsoberhaupt durch militärische Gewalt von außen zu stürzen – eine Position, die jetzt offenbar auch in der NATO hoffähig wird, wie das slowakische Beispiel zeigt. (mü)

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Ein Kommentar

  1. A.S. schreibt:

    Die Bruchlinien, innerhalb des mit List und Tücke von Washington zusammengeschmiedeten, sogenannten westlichen Bündnisses, werden immer deutlicher.
    Es erweist sich immer klarer, daß die Interessen darin nicht übereinstimmen, sondern z.T. entgegengesetzt sind, insbesondere zwischen denen der VSA und denen der europäischen Staaten.
    Wenn die VSA weiter schwächer werden, worauf alles hindeutet, werden die Europäer das Joch der Hegemonie Washingtons abschütteln.

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