Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper: Asyl-Ansturm heizt Konkurrenzkampf an

26. August 2015
Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper: Asyl-Ansturm heizt Konkurrenzkampf an
Wirtschaft
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Berlin. Angesichts des anhaltenden Asyl-Ansturms rechnen Experten mit einem immer heftiger werdenden Konkurrenzkampf um bezahlbaren Wohnraum vor allem in Ballungszentren.

Der Wirtschaftswissenschaftler Matthias Günther, der sich als Leiter des Hannoveraner Eduard-Pestel-Instituts für Systemforschung intensiv mit den Chancen einkommensschwacher Menschen auf dem Wohnungsmarkt beschäftigt, sagte dem ARD-Politikmagazin „Report Mainz“: „Die ganzen Flüchtlinge, die im Moment in den Übergangseinrichtungen sind, kommen eigentlich erst nächstes Jahr so richtig auf den normalen Wohnungsmarkt. Wie es gelingen kann, diese Menschen in den normalen Wohnungsmarkt zu integrieren, ist mir im Moment ein Rätsel. Bei dem gegenwärtigen Bauniveau ist klar mit einer Verschärfung der Konkurrenzsituation zu rechnen.“

Zwar haben Asylbewerber keinen Rechtsanspruch auf eine eigene private Wohnung, solange ihr Antrag nicht positiv entschieden wurde. Dennoch nutzen viele Kommunen ihren Ermessensspielraum und sind bestrebt, Asylbewerber – meist nach drei Monaten – dezentral unterzubringen. Vor dem Hintergrund der stetig geringer werdenden Anzahl von Sozialwohnungen wird dies jedoch immer schwieriger. Der Tübinger Bürgermeister Boris Palmer (Grüne) sagte dem Magazin: „Das ist genau die Gemengelage, aus der Sprengstoff entsteht, auch sozialer Sprengstoff.“ (lp)

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