CDU-Politiker Spahn: Homo-Ehe symbolisiert gewonnenen konservativen Kulturkampf

3. Juni 2015
CDU-Politiker Spahn: Homo-Ehe symbolisiert gewonnenen konservativen Kulturkampf
National
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Berlin. Das CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat seine Partei aufgefordert, den Kampf um die Homo-Ehe als Sieg des konservativen Kulturkampfes zu betrachten.

Der „Leipziger Volkszeitung“ sagte Spahn: „Was gibt es denn bürgerlicheres und bodenständigeres als das Versprechen zweier Menschen, dauerhaft verbindlich füreinander einzustehen?“. Früher habe die Ehe als spießig und langweilig gegolten, heute strebten linke Szene-Funktionäre danach. „Unser Gesellschaftsbild hat eigentlich den Kulturkampf gewonnen. Darauf sollten wir stolz sein“, sagte Spahn. Er wünsche sich deshalb „mehr Mut und Zuversicht in der Debatte und weniger Verzagtheit“.

Seine Mitstreiter für die Homo-Ehe forderte Spahn gleichzeitig zu mehr Toleranz auf. „Man darf nicht jeden, der dagegen ist gleich mit der Keule ,homophob‘ oder ‚Rechtsaußen‘ attackieren.“ Die Gegner der umfassenden Ehe-Öffnung ermunterte Spahn im Gegenzug zu mehr Gelassenheit. „Manch ein Argument klingt so, als wäre die gleichgeschlechtliche Partnerschaft eine Gefahr für die heterosexuelle Ehe. Das ist doch mit Verlaub völliger Quatsch.“ Es werde keine Ehe weniger geschlossen und nicht ein Kind weniger geboren, wenn zwei Männer heiraten dürften. Der Begriff der Ehe habe natürlich einen hohen Symbolcharakter, für beide Seiten. „Also muss die Debatte mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit geführt werden, aber auch mit der Bereitschaft zur gegenseitigen Toleranz.“

Kritik an der Union übte unterdessen der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland. „Wo steht die Union in dieser Sache überhaupt? Auf der einen Seite kämpft Herr Spahn für Anerkennung der Homo-Ehe und warnt davor, Menschen mit solchen Wünschen leichtfertig zu verprellen. Auf der anderen Seite zeigt sich Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer besorgt über mögliche Konsequenzen, sollte im Grundgesetz die Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau aufgegeben werden. Was gilt nun für die Union?“, so Gauland in einer Pressemitteilung. Dieses Lavieren zwischen zwei konträren Positionen „ist seit längerem symptomatisch für eine inhaltsleere Union, die nicht Willens ist, klar Haltung zu zeigen. Das ist reiner Populismus zum Schaden unserer Gesellschaft, um möglichst viele Wähler kurzfristig zu täuschen.“ (lp)

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