„Gangbang“ und „Puff für alle“: Hamburger Schulbehörde zieht Lehrbuch zurück

13. November 2014
„Gangbang“ und „Puff für alle“: Hamburger Schulbehörde zieht Lehrbuch zurück
National
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Hamburg. Die Hamburger Schulbehörde hat ein umstrittenes Lehrbuch von ihrer Literaturliste gestrichen: „Sexualpädagogik der Vielfalt: Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ von Prof. Elisabeth Tuider.

In dem Werk wird einer stärkeren Einbeziehung praktischer Übungen in den Sexualkundeunterricht an Schulen das Wort geredet. So wird unter anderem empfohlen, 12-Jährigen die Frage zu stellen, was ein “Gangbang” sei: “a) Sex in einer Gruppe von vielen Männern und Frauen; b) Sex zu dritt; c) Wenn eine Person mit mehreren Männern, die in einer Schlange anstehen, hintereinander Sex hat”. Vierzehnjährige sollen bei einer gespielten Auktion Gegenstände für sieben verschiedene Parteien in einem Mietshaus ersteigern: Für eine alleinerziehende Mutter, eine heterosexuelles kinderloses Paar, ein schwules Paar, ein lesbisches Paar mit zwei Kindern, ein Senioren-Paar, eine Wohngemeinschaft mit drei Behinderten und eine Spätaussiedlerin aus Kasachstan stehen neben Häkeldeckchen, Windeln und Schraubenziehern unter anderem ein Dildo, Kondome, Potenzmittel, Vaginalkugeln sowie Lack- und Lederbekleidung zur Auswahl. 15-Jährigen wird aufgetragen, einen “Puff für alle” einzurichten, der die sexuellen Vorlieben und Präferenzen verschiedener Gruppen berücksichtige.

Nachdem sich im Internet massiver Unmut über die Inhalte breit gemacht hatte, der unter anderem von den Publizisten Akif Pirincci und Jan Fleischhauer aufgegriffen wurde, zog die Hamburger Schulbehörde das Buch nun vorläufig zurück, wie der NDR berichtet. Ausschlaggebend war offenbar eine Anfrage der CDU in der Bürgerschaft (Landtag), die vom Senat wissen wollte, was er von dem Handbuch hält. Die Antwort: Die Liste sei aus dem Netz genommen worden und werde überarbeitet. Nun fordert die CDU, daß die Lehrer zusätzlich angewiesen werden, das Buch nicht mehr zu nutzen. Kritik kam dagegen laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung von den Linken. Deren Abgeordnete Kersten Artus warf den Gegnern des Werks vor, sie würden dessen Inhalte verkürzt wiedergeben. (lp)

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