„Islamischer Staat“: Erneut Selbstmordanschlag eines Islamisten aus Deutschland im Irak

4. August 2014
„Islamischer Staat“: Erneut Selbstmordanschlag eines Islamisten aus Deutschland im Irak
International
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Ramadi. Im Irak hat sich offenbar zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit ein aus Deutschland ausgereister Islamist bei einem Selbstmordanschlag in die Luft gesprengt.

Wie aus einem im Internet verbreiteten Video der islamistischen Gruppierung „Irakischer Staat“ (vormals „Islamischer Staat im Irak und Syrien“, ISIS) hervorgeht, verübte am 28. Juli ein als Abu Ayyub Al Maghrebi vorgestellter junger Mann aus Deutschland einen Selbstmordanschlag in der Stadt Ramadi im Zentrum des Landes. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der Attentäter soll den Angaben zufolge zunächst in Syrien gekämpft haben, bevor er sich der Offensive des „Islamischen Staats“ im West- und Nordirak anschloß. In dem Video erklärt er: „Ich möchte meinen Geschwistern und speziell denjenigen im Westen sagen: ‚Zieht aus, Zieht aus zum Dschihad und zu eurem Staat!'“ Erst Mitte Juli hatte sich in Bagdad ebenfalls ein Islamist aus Deutschland in die Luft gesprengt und dabei 27 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Er stammte einem Medienbericht zufolge aus Ennepetal in Nordrhein-Westfalen.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, etwa die Hälfte davon gehört einer britischen Studie zufolge islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat” (vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an, die sich auch untereinander gegenseitig bekämpfen. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vor allem aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens, Libanons und Iraks steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch mehrere tausend der kämpfenden Islamisten aus Mitgliedsstaaten der EU. Aus Deutschland sind über 350 Personen – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Bislang 30 davon sind nach Berechnungen von ZUERST! in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter ein Pforzheimer Islamist sowie der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland auch im Irak aktiv: Bislang sind zwei Fälle bekannt, in denen sich deutsche Kämpfer des „Islamischen Staats“ als Selbstmordattentäter in die Luft sprengten. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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