„Ankerkinder“ werden zum Problem: Zustrom minderjähriger Ausländer nimmt zu

19. Juli 2014
„Ankerkinder“ werden zum Problem: Zustrom minderjähriger Ausländer nimmt zu
National
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Berlin. Ein Problem macht die Runde: „Ankerkinder“ – dabei handelt es sich um durch Schlepperorganisationen eingeschleuste, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die nach der Erlangung eines Aufenthaltsstatus ihre Eltern, Geschwister und sonstigen Angehörigen nachholen. Ihre Zahl in Deutschland steigt.

Doch nicht nur in Europa gibt es dieses Phänomen, sondern auch in den USA. Am Kongreß vorbei entschärfte US-Präsident Barack Obama im Jahr 2012 das Einwanderungsgesetz. Jugendliche illegale Einwanderer werden seither in den USA nicht mehr abgeschoben. Obama verfügte, daß Immigranten, die als Kinder oder Jugendliche in die USA gekommen sind, nicht mehr abgeschoben werden dürfen. Sie haben seither außerdem das Recht, sich um einen Arbeitsplatz zu bewerben.

Nicht wegdiskutieren läßt sich die Tatsache, daß die umstrittene Einwanderungspolitik Obamas und seiner Administration längst Früchte in Gestalt steigender Zahlen von illegalen Grenzübertritten durch Süd- und Mittelamerikaner trägt. Im Vorjahr wurden im Zusammenhang mit dem Problem der „Ankerkinder“ neue Negativrekorde erreicht. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums wurden seit Oktober vergangenen Jahres entlang der Grenze zu Mexiko über 52.000 minderjährige Migranten ohne ihre Eltern aufgegriffen. Die Kinder und Jugendlichen stammen meist aus Mittelamerika und fliehen vor Armut oder Gewalt.

Die Dunkelziffer derjenigen, die die Grenze illegal überqueren, ist dem für den Grenzschutz zuständigen US-Heimatschutzministerium nicht bekannt und dürfte ebenfalls in die Zehntausende gehen. Unbekannt ist auch die Zahl der Toten und Verschleppten.

Die nach Deutschland eingereisten „Ankerkinder“ haben keinen festen Aufenthaltsstatus, sondern leben mit einer Duldung in Deutschland. Sie hoffen auf einen Aufenthaltsstatus, durch den im Rahmen der Familienzusammenführung ihre Eltern, Geschwister und sonstigen Angehörigen nach Deutschland problemlos einreisen können. Nur wenige Ankerkinder beantragen Asyl. 2012 waren es 2.096 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, dreimal so viel wie noch 2008. Eine bundesweite Statistik, wie viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge derzeit in Deutschland leben, gibt es nicht.

Seit 2005 sind die Jugendämter verpflichtet, Kinder und Jugendliche in Obhut zu nehmen, wenn sie unbegleitet als Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Einrichtungen der Jugendhilfe übernehmen zumeist die Betreuung.

In Österreich wurden 2012 durch das Innenministerium insgesamt 1.631 unbegleitete Kinder als Flüchtlinge in Österreich fremdenpolizeilich erfaßt. (ds)

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Ein Kommentar

  1. […] Harz, die überparteiliche Proteste nach sich zog. Die Tatverdächtigen können zu den sogenannten „Ankerkinder“ gerechnet werden, die durch Schlepperorganisationen eingeschleust werden mit dem Ziel, nach der […]

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