Brandenburg: Innenministerium plant Anwerbung von Polizeianwärtern – in Polen

20. Februar 2014

(Foto: flickr/Marco_Broscheit, CC BY 2.0)

Potsdam. Das fehlte noch – und es kommt einer weiteren Bankrotterklärung der deutschen Politik gleich: Der brandenburgische Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) plant die Anwerbung von Polizeianwärtern aus Polen.

Es hört sich ganz vernünftig an: „Als EU-Ausländer dürfen polnische Staatsbürger auch bei uns Beamte werden“, sagte Holzschuher in einem Gespräch mit der „Lausitzer Rundschau“. Die Kandidaten sollten lediglich „die deutsche Ausbildung absolvieren und über hinreichende Deutschkenntnisse verfügen“. Das Konzept des Ministeriums sieht die jährliche Ausbildung von rund 275 Polizeianwärtern in Brandenburg vor. Das wäre der höchste Wert an Jahrgangsabgängen der Fachhochschule der Brandenburger Polizei seit 1995. Ob es eine Mindestquote von Ausländern in der Polizeiausbildung geben soll, wie in anderen Bundesländern angestrebt wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Von den polnischen Teilnehmern an der Polizeiausbildung erhofft sich Holzschuher später positive Effekte im Umgang mit kriminellen Ausländern. „Mit ihren Sprachkenntnissen sind sie uns gerade in der Bekämpfung der Grenzkriminalität sehr hilfreich“, sagte der Minister.

Die brandenburgischen Polizeipläne sind kein Novum: In fast allen Bundesländern wirbt die Polizei mittlerweile verstärkt um Kollegen mit „Migrationshintergrund“. Das ist eine Folge der rasch voranschreitenden Multikulturalisierung unseres Landes – zu vielen nichtdeutschen Parallelgesellschaften haben deutsche Polizisten schlechterdings keinen Zugang mehr. Hier verspricht man sich Hilfe von Kollegen, die selbst den Zuwanderermilieus entstammen. Ob dieses Konzept aufgeht, muß die Zukunft zeigen.

Dieser Artikel erschien zuerst in „Der Schlesier“.

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