Terror-Tourismus: Zahl der aus Deutschland stammenden Islamisten in Syrien steigt auf 240

22. Dezember 2013

Mitglieder der islamistischen Jabhat al-Nusra exekutieren syrische Gefangene
(Screenshot: YouTube/HRIChannel)

Damaskus. Die Zahl der aus Deutschland nach Syrien ausgereisten und dort als Rebellen gegen die säkulare Regierung von Präsident Bashar al-Assad kämpfenden Islamisten ist erneut gestiegen.

Das sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er konstatierte außerdem, daß sich in den vergangenen Monaten auch die Todesmeldungen gehäuft hätten. Der Verfassungsschutz gehe davon aus, daß sich die Zahl der aus Deutschland ausgereisten und in Syrien getöteten Islamisten bereits in „einem unteren zweistelligen Bereich“ bewegt, so Maaßen weiter. Diese Angabe deckt sich mit der von ZUERST! errechneten Zahl von bislang dreizehn in Syrien getöteten deutschen Staatsbürgern oder Personen anderer Staatsangehörigkeit, die zuvor in Deutschland gelebt haben.

In diesem Zusammenhang nannte es Maaßen „besorgniserregend“, daß die sogenannten Salafisten die am schnellsten wachsende islamistische Gruppierung in Deutschland seien. Im nächsten Verfassungsschutzbericht „werden wir möglicherweise von 5.500 Salafisten in Deutschland sprechen“, so Maaßen. Dies wären 1.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Eine Rolle spiele dabei auch die regelmäßige Verteilung von kostenlosen Koran-Ausgaben durch Salafisten in Einkaufsstraßen, Marktplätzen oder vor Schulen. „Es gibt immer wieder Fälle, wo wir feststellen, daß Personen, die nach Syrien gereist sind, bei Koran-Verteilaktionen angesprochen wurden. Oder sie standen selbst hinter dem Verteiltisch. Insoweit sehe ich einen deutlichen Zusammenhang zwischen dieser Verteilaktion und Jihadisten, die in Syrien kämpfen“, sagte Maaßen.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, die Hälfte davon gehört einer kürzlich veröffentlichten britischen Studie zufolge islamistischen Gruppierungen wie der „Jabhat al-Nusra“ oder dem „Islamischen Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) an. Rund 2.000 islamistische Kämpfer stammen aus Mitgliedsstaaten der EU. Aus Deutschland sind rund 240 Islamisten nach Syrien ausgereist. Bislang 14 davon sind nach Berechnungen von ZUERST! in Gefechten von der syrischen Armee, von der Regierung nahestehenden Milizen oder von kurdischen Verbänden getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter ein Pforzheimer Islamist sowie der Berliner Ex-Rapper „Deso Dogg“ alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet.

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