Präsident Bashar al-Assad: Westen glaubt eher al-Qaida als der syrischen Regierung

7. Oktober 2013

Syriens Präsident Baschar al-Assad mit seiner Frau Asma
(Foto: Ricardo Stuckert/ABr, CC BY 3.0 BR)

Damaskus. Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat US-Präsident Barack Obama der Lüge bezichtigt und dem Westen vorgeworfen, islamistischen Rebellen eher Glauben zu schenken als der Regierung.

In einem Interview mit dem „Spiegel“ bestritt Assad erneut, daß die Armee für den Giftgasangriff in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus Ende August verantwortlich sei. „Wir haben keine Chemiewaffen eingesetzt. Das ist falsch. Und das Bild, das Sie von mir zeichnen, von einem, der sein eigenes Volk umbringt, ist es auch“, sagte Assad dem Magazin. „Keiner kann mit Bestimmtheit sagen, daß Raketen verwendet wurden“, seiner Meinung nach haben die Rebellen das Giftgas Sarin selbst eingesetzt, um einen US-Militärschlag zu provozieren. Zu den nun beginnenden UN-Chemiewaffeninspektionen sagte Assad: „Wir sind transparent, die Experten dürfen zu jeder Anlage gehen. Sie werden alle Daten von uns bekommen.“ Bis zur Zerstörung seien die Chemiewaffen „sehr gut geschützt“.

Kritisch äußerte sich Assad gegenüber den USA und Europa: „Ich glaube, der Westen vertraut lieber al-Qaida als mir.“ US-Präsident Barack Obama warf er vor, dieser habe „nichts zu bieten als Lügen“. Dagegen bezeichnet Assad Rußland als „wahre Freunde“. „Die verstehen viel besser, worum es hier wirklich geht.“ Er gab sich optimistisch, in dem Konflikt auch weiterhin die Oberhand zu behalten: „Wir haben doch gar keine andere Option, als an unseren Sieg zu glauben.“

Insgesamt kämpfen in dem Mittelmeerland rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, die Hälfte davon gehört einer kürzlich veröffentlichten britischen Studie zufolge islamistischen Gruppierungen wie der „Jabhat al-Nusra“ oder dem „Islamischen Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) an. Aus Deutschland sind rund 170 Islamisten nach Syrien ausgereist. Eine ungeklärte Anzahl von deutschen Kämpfern ist in den Gefechten von der syrischen Armee getötet worden; mehrere, darunter ein Pforzheimer Islamist sowie der Berliner Ex-Rapper „Deso Dogg“ alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet.

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