Syrien-Konflikt: Islamistische Rebellengruppen vereinigen sich und fordern Scharia-Durchsetzung

26. September 2013

Mitglieder der islamistischen „Jabhat al-Nusra“ exekutieren syrische Gefangene
(Screenshot: YouTube/HRIChannel)

Damaskus. Mehrere im Syrien-Konflikt kämpfende Rebellengruppen islamistischer Ausrichtung haben sich zusammengeschlossen und von nicht-islamistischen Rebellenorganisationen distanziert.

Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf einen Bericht des katarischen Fernsehsenders „Al-Jazeera“ berichtet, haben 13 Gruppierungen, die schon zuvor die Dachorganisation „Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte“ nicht anerkannt hatten, dazu aufgerufen, sich auf Grundlage der Scharia-Gesetze zusammenzuschließen. Unter den verschiedenen Gruppierungen befindet sich auch die „Jabhat al-Nusra“, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida in Verbindung steht. Man rufe „alle Militär- und Zivilgruppierungen Syriens auf, sich im deutlichen islamischen Kontext, der auf den Scharia-Gesetzen beruht, zu vereinigen und die Scharia zur einzigen Quelle der Gesetzgebung zu machen“, heißt es in der Erklärung. In Richtung der vornehmlich politisch aus dem Ausland wirkenden Koalition erklärte der neue Zusammenschluß: „Alle Gruppen, die im Ausland gegründet werden und die keinen Bezug haben zu dem, was im Land selbst geschieht, vertreten uns nicht und werden von uns auch nicht anerkannt.“

Eine britische Studie hatte unlängst ergeben, daß von den rund 100.000 Rebellen mindestens 50.000 teils ausländische Jihadisten sind. Aus Deutschland sind rund 170 Islamisten nach Syrien ausgereist. Eine ungeklärte Anzahl von Kämpfern ist in den Gefechten von der syrischen Armee getötet worden, mehrere, darunter ein Pforzheimer Islamist sowie der Berliner Ex-Rapper „Deso Dogg“ alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Insgesamt kämpfen rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, die Hälfte davon gehört einer kürzlich veröffentlichten britischen Studie zufolge islamistischen Gruppierungen wie der „Jabhat al-Nusra“ oder dem „Islamischen Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) an.

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