Freiwilliger Wehrdienst: Der Bundeswehr fehlen die Bewerber – Experte fordert Abschaffung

19. August 2013

Panzergrenadiere der Bundeswehr bei einer Übung
(Foto: Wikimedia/Bundeswehr-Fotos, CC BY 2.0)

Berlin. Die Aussetzung der Wehrpflicht hat für die Bundeswehr dramatische Folgen: Die Zahl der Bewerber für den freiwilligen Wehrdienst sinkt kontinuierlich.

Wie die „Welt“ berichtet, ist die Zahl der verpflichteten jungen Männer und Frauen 2013 im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen. Im Januar traten demnach 1.607 Personen ihren Dienst an, 2012 waren es zu diesem Zeitpunkt noch 2.720 gewesen. Im April wurden 615 freiwillig Wehrdienstleistende verpflichtet, 845 weniger als im selben Monat im Jahr zuvor. Der frühere Planungsstabschef des Verteidigungsministeriums, Hans Rühle, nannte in diesem Zusammenhang die vom Bundestag beschlossene Personalplanung, derzufolge nur noch 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten durch 5.000 bis 15.000 freiwillig Wehrdienstleistende ergänzt werden, „unrealistisch und alles andere als demografiefest“.

Rühle forderte in der „Welt“: „Die Alternative für die Zukunft heißt ersatzlose Streichung des freiwilligen Wehrdienstes.“ Als Begründung erklärte er, daß 25 bis 30 Prozent der eingestellten Freiwilligen ihr Dienstverhältnis innerhalb der ersten drei Monate wieder kündigten und mehr als die Hälfte für weniger als 15 Monate verpflichtet seien. Angesichts dieser Zahlen sowie in Anbetracht der sinkenden Geburtenzahlen sei die kostspielige Infrastruktur für Rekrutierung und Ausbildung nicht mehr zu rechtfertigen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der „Deutschen Militärzeitschrift“ (DMZ).

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