Frankreich: Kandidat des Front National erreicht bei Nachwahl mit 46 Prozent sensationellen Achtungserfolg

25. Juni 2013

FN-Parteichefin Marine Le Pen (Foto: flickr/staffpresi_esj, CC BY-SA 2.0)

Villeneuve-sur-Lot. Bei einer Nachwahl zum französischen Parlament im Departement Lot et Garonne errang der Kandidat des rechten Front National (FN), der 23-jährige Etienne Bousquet-Cassagne, einen Achtungserfolg. Er konnte 46 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Die Nachwahl war aufgrund einer Steueraffäre des sozialistischen Haushaltsministers Jérôme Cahuzac notwendig geworden. FN-Chefin Marine Le Pen erklärte im Anschluß, die „republikanische Front“, also die stillschweigende Übereinkunft von UMP und Sozialisten, immer gegen FN-Kandidaten zu stimmen, sofern diese die zweite Runde erreichen, sei tot. Wie die „Welt“ berichtet, setzte sich der Kandidat der bürgerlichen UMP, Jean-Louis Costes, mit 53,7 Prozent der Stimmen zwar klar durch. Dennoch werteten Beobachter das Ergebnis als weiteres Zeichen des Erstarkens des FN.

Für die Rechten sei das Ergebnis „mit Blick auf die anstehenden Europa- und Kommunalwahlen im kommenden Jahr ein ermutigendes Resultat. Für alle anderen Parteien ist es ein unüberhörbarer Warnschuss“, so das Blatt. Die „Neue Zürcher Zeitung“ schrieb, das Ergebnis werde von Kommentatoren als „klares Zeichen gewertet“, daß die Strategie, der Partei „ein neues, junges und historisch unbelastetes Gesicht zu verleihen, Früchte trägt.“ Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ kommentierten das Ergebnis mit den Worten: „Immer mehr Wähler, die von den traditionellen Parteien enttäuscht sind, wenden sich der FN zu. Viele Franzosen sind frustriert, weil nach der bürgerlichen Vorgängerregierung auch ihre sozialistische Nachfolgerin nicht in der Lage scheint, das Land aus Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeitsfalle zu führen. Enttäuscht sind die Menschen zunehmend auch von der EU-Politik. Das könnte sich im kommenden Jahr, bei den Kommunal- und Europawahlen rächen.“

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