Wegen Einmischung in die inneren Angelegenheiten: Venezuela weist deutschen Botschafter aus

7. März 2019
Wegen Einmischung in die inneren Angelegenheiten: Venezuela weist deutschen Botschafter aus
International
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Caracas/Berlin. Die venezolanische Regierung von Präsident Nicolás Maduro hat den deutschen Botschafter in Venezuela zur unerwünschten Person erklärt. Daniel Kriener habe sich „in die inneren Angelegenheiten“ des südamerikanischen Landes eingemischt, teilte das venezolanische Außenministerium mit. Kriener wurde aufgefordert, das Land innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. Er ist erst seit vergangenem Jahr in Venezuela.

Das Auswärtige Amt bestätigte, daß Kriener zur persona non grata erklärt worden sei.

Der deutsche Gesandte war einer von vier ausländischen Botschaftern, die den venezolanischen Oppositionsführer und selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó am Montag vom Flughafen in Caracas abholten, um sicherzustellen, daß er bei der Wiedereineise nicht verhaftet wird. Der vor allem von den USA nach dem Muster des Maidan-Aufstandes in der Ukraine unterstützte Putschist Guaidó hatte zuvor das Land verlassen, um sich mit den Regierungschefs einiger Nachbarländer zu treffen.

„Wir wollen helfen und unterstützen, daß er sicher zurückkehrt“, hatte Kriener im Fernsehsender NTN24 gesagt. Guaidós Rückkehr nach Venezuela sei „ein Schritt hin zu einem politischen und friedlichen Prozeß zur Überwindung der Krise in Venezuela“, twitterte auch die Deutsche Botschaft in Caracas. Guaidó bedankte sich später für die Unterstützung der Diplomaten. Allerdings steht einem auswärtigen Gesandten eine solche Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes nicht zu. Sie ist im Gegenteil ein unerhörter Affront, der allen diplomatischen Gepflogenheiten ins Gesicht schlägt.

In der Erklärung des Außenministeriums in Caracas heißt es deshalb zurecht: „Venezuela sieht es als inakzeptabel an, daß ein ausländischer Diplomat sich in seinem Territorium eher wie ein politischer Führer verhält, in Übereinstimmung mit der Verschwörungsagenda der extremistischen Sektoren der venezolanischen Opposition.“ (mü)

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Ein Kommentar

  1. Belsazar schreibt:

    Alle Schwüre der politischen “Eliten”, sich aus anderer Leute Angelegenheiten herauszuhalten, sind halt nur Makulatur, wenn es in den Kram passt. Beim jetzigen Chef des Auswärtigen, dem etwas unbedarften Maasmännchen, muß man in solchen Dingen ein gewisses Nachsehen üben.
    Möchte nur mal wissen, was dessen Amtsvorgänger über Ihn denken!?

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