Russisch-ukrainische Eskalation bei Kertsch: Kiew fordert Unterstützung durch die Bundesmarine

27. November 2018
Russisch-ukrainische Eskalation bei Kertsch: Kiew fordert Unterstützung durch die Bundesmarine
International
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Moskau/Kiew. Zwischen Rußland und der Ukraine ist es jetzt erstmal zu einem Schlagbtausch mit scharfem Schuß gekommen. Auslöser war offenbar die Verlegung von drei ukrainischen Marinebooten in das Asowsche Meer. Die Russische Küstenwache versuchte das zu unterbinden. Es kam zu einem Schußwechsel unweit der Halbinsel Kertsch. Dabei sollen die ukrainischen Boote auch von der Krim aus beschossen worden sein. Augenzeugen zufolge kreisten russische Kampfjets über dem Schauplatz des Geschehens. Auch russische Kampfhubschrauber sollen beteiligt gewesen sein.

Jetzt hat der ukrainische Präsident Poroschenko für 30 Tage das Kriegsrecht verhängt. Das Kiewer Parlament stimmte diesem Schritt zu. 23 ukrainische Matrosen befinden sich teils verletz in russischem Gewahrsam, drei ukrainische Boote wurden von Rußland unter Kontrolle gebracht.

Hintergrund des Zwischenfalls ist der Streit um das Meer zwischen der Krim und der Ostukraine. Rußland hatte zuletzt massiv seinen Anspruch geltend gemacht, die Zufahrt zum Asowschen Meer zu regeln.

Gleichwohl handelt es sich augenscheinlich um eine von Kiew kalkulierte Provokation, die der Poroschenko-Regierung die Möglichkeit eröffnet, sich um westlichen Beistand gegen Rußland zu bemühen. Tatsächlich hat der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, der „Bild“-Zeitung gegenüber erklärt, man erwarte „von unseren deutschen Partnern, daß Marineschiffe der EU und der NATO in das Schwarze und ins Asowsche Meer schnellstens auf verstärkte Patrouillen entsandt werden, um solchen Kriegshandlungen Moskaus vorzubeugen“. Melnyk rief Deutschland bei dieser Gelegenheit auch gleich zu neuen Sanktionen gegen Rußland auf. „Wir fordern daher die Bundesregierung auf, ohne Verzögerung neue, viel schärfere Sanktionen gegen die russische Staatsführung und vor allem gegen das Militär einzuführen“, betonte er.

Zuvor hatte der russische Außenminister Lawrow die Situation in der Straße von Kertsch als eine eindeutige Provokation seitens Kiews eingestuft. Wörtlich sagte Lawrow: „Es sind Kernaussagen des internationalen Rechts – nicht nur des Seerechts, sondern auch des allgemeinen internationalen Rechts, darunter auch der UN-Charta, des Seerechtsübereinkommens von 1982 und anderer völkerrechtlicher Instrumente – verletzt worden, die mehrfach von allen Staaten fordern, die Souveränität eines anderen Staates zu respektieren.“ (mü)

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4 Comments

  1. William McLean schreibt:

    ukraine provoziert ganz offenbar – und NATO unterstützt diese Provokation. Es ist gefährlich für alle aber die Neoliberale sind ohne Grenzen.
    Vernünftige Mennschen müssen zusammenstehen gegen diese Drohung von die Neoliberale.

  2. vafti schreibt:

    Selbst, wenn ich 1000 Kriegsschiffe in meiner deutschen
    Marine hätte, nie würde mir einfallen, durch eine
    Zwangshandlung die Russen dazu zu bringen, Partei
    für die Ukraine zu ergreifen !

    Ich sehe ein, dass die Ukraine für Deutschland ein sehr
    wichtiger Rohstofflieferant ist . Das ist aber Russland
    mindestens genauso.

    Für mich ist das eine Inner-russische Angelegenheit,
    auch, wenn beide Völker etwas anders sind.

    Nebenbei : Mir würde niemals als Kanzler einfallen,
    gegen Russland Wirtschaftssanktionen zu beginnen.
    Auch würde mir niemals in den Sinn kommen, das
    die Krim nicht zu Russland gehört.

    Aber, ich würde ja eine deutsche Politik tätigen,
    die EU und NATO und andere große Staaten
    dürften in meinem deutschen Heimatland garkeine
    Spionage oder Wirtschaftsspionage treiben !!
    Die deutsche Staatsgrenze wäre für mich eine
    unantastbare wichtigste Angelegenheit !

  3. Bürgerfreund schreibt:

    Ist das Poroschenko-Art bei der nächsten Wahl überhaupt noch Stimmen zu bekommen? Oder ist es einfach nur pure Aggression um wieder alle Welt, und hier wohl insbesondere Deutschland mal wieder gegen Russland aufzustacheln. Es ist wohl an der Zeit, dass dieser ungezogene Kriegstreiber in den Falten der Geschichte verschwindet.

  4. Sack schreibt:

    Da wäre die Bunte Marine …
    Geht’s noch blöder?

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