Wegen INF-Kündigung und US-Aggression: Rußland räumt Kriegsvorbereitungen ein

31. Oktober 2018
Wegen INF-Kündigung und US-Aggression: Rußland räumt Kriegsvorbereitungen ein
International
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New York/Moskau. Nicht nur führende US-Strategen wie der ehemalige US-Oberbefehlshaber in Europa, Hodges, sehen die Gefahr eines großen Krieges größer werden. Jetzt hat auch der russische Diplomat Andrey Belousow, stellvertretender Direktor der Abteilung für Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle im russischen Außenministerium, vor den Vereinten Nationen offiziell eingeräumt, daß sich Rußland auf einen Krieg vorbereite, damit es der fortgesetzten US-Aggression begegnen könne.

Wörtlich sagte Belousow: „Vor kurzem erklärten die USA, daß sich Rußland auf den Krieg vorbereitet. Ja, Rußland bereitet sich auf den Krieg vor, das kann ich bestätigen.“

Allerdings seien sowohl die russischen Rüstungsanstrengungen wie auch großangelegte Militärmanöver, die in den westlichen Medien oft als Kriegsvorbereitungen dargestellt würden, nichts weiter als eine defensive Notwendigkeit. Aber: „Wir bereiten uns darauf vor, unsere Heimat, unsere territoriale Integrität, unsere Prinzipien, unsere Werte und unser Volk zu verteidigen.“

Im Gegensatz zu den USA suche Rußland keine Konfrontation. Belousow verwies in diesem Zusammenhang auf die Entscheidung der USA, aus dem INF-Vertrag auszusteigen: „Warum sonst sollten die Vereinigten Staaten aus dem [INF]-Vertrag aussteigen, ihr Atompotential erhöhen, eine neue Nukleardoktrin annehmen, die die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen senkt – das ist die Frage an uns alle.“

Belousows Ausführungen waren eine Reaktion auf den in der UNO abgelehnten russischen Resolutionsentwurf, den INF-Vertrag zu stärken. Der Entwurf wurde mit großer Mehrheit abgelehnt, unter anderem von Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den USA. (mü)

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Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Anfang der 50er Jahre wurden im Deutschen Bundestag scharfe Debatten über die Frage geführt, ob das deutsche Volk sich wieder bewaffnen solle bzw. wegen seiner NS-Zeit wieder bewaffnen dürfe (Derartige Debatten fanden in der DDR-Volkskammer freilich nicht statt). Es herrschte Kalter Krieg, die Bedrohung durch die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten war groß.

    Bekanntlich setzten sich die Befürworter einer deutschen Wiederbewaffnung (und des Beitritts zur NATO) durch. In einer leidenschaftlichen Rede vor dem Deutschen Bundestag erklärte der damalige Bundeskanzler Adenauer: „… wir müssen uns wieder bewaffnen, (wörtlich:) damit Sowjetrußland erkennt, ein Angriff auf uns ist ein großes, unkalkulierbares Risiko!“.

    In einer ähnlichen Situation wie die Bundesrepublik Deutschland damals ist heute die Russische Föderation. Aber die Zeiten haben sich auch in anderer Hinsicht geändert: Hätte seinerzeit die Sowjetunion tatsächlich Westeuropa angegriffen, die Bundesrepublik Deutschland wäre das Hauptschlachtfeld gewesen (daß es nicht dazu kam, ist auf die NATO-Mitgliedschaft Westdeutschlands zurückzuführen). Heutzutage jedoch braucht Deutschland die NATO nicht mehr, sie ist eher „ein Klotz am Bein“. Sollte unser Land allerdings den Mut aufbringen, aus der NATO auszutreten, wäre nach meiner Überzeugung die Bedrohung durch die USA deutlich größer als jene durch die Russische Föderation, im Grunde gäbe es durch letztere gar keine mehr!

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