Umkämpftes Pipelineprojekt: Washington wühlt weiter gegen „Nord Stream 2“

29. Juni 2018
Umkämpftes Pipelineprojekt: Washington wühlt weiter gegen „Nord Stream 2“
Wirtschaft
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Washington. Die US-Regierung schießt weiter Störfeuer gegen das russisch-deutsche Ostsee-Pipelineprojekt „Nord Stream 2“ und macht aus ihren Einmischungsversuchen auch keinerlei Hehl.

Jetzt erklärte US-Außenminister Pompeo bei einer Anhörung im US-Senat unverhohlen: „Wir arbeiten aktiv (…) um die europäischen Länder sowie die europäischen Unternehmen zu überzeugen, daß die Zunahme der Energieabhängigkeit von Rußland nicht im Einklang mit unserem Vorgehen zum Entgegenwirken gegen Rußland steht.“ Falls die Pläne zum Bau von „Nord Stream 2“ umgesetzt würden, werde Rußland „mehr Möglichkeiten haben, politischen Einfluß auf alle europäischen Länder auszuüben“.

„Nord Stream 2“ sieht die Verlegung von zwei Strängen mit einer Jahresgesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern vor. Die neue Pipeline soll schon 2019 in Betrieb genommen werden. Gegen das Projekt machen mehrere Länder Front, die dabei von Washington tatkräftig unterstützt werden. Dazu gehört die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem Transit russischen Gases bangt, ihre Transitposition in der Vergangenheit aber immer wieder zu Erpressungsversuchen genutzt hat. Die USA selbst verfolgen ambitionierte Pläne zum Export von Flüssiggas nach Europa und wollen die russische Konkurrenz zurückdrängen. Aus antirussischen Gründen sind auch Lettland, Litauen und Polen gegen das deutsch-russische Projekt. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Bair175/CC BY-SA 3.0 (Bildformat bearb.)

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2 Comments

  1. Jacky schreibt:

    „Falls die Pläne zum Bau von „Nord Stream 2“ umgesetzt würden, werde Rußland „mehr Möglichkeiten haben, politischen Einfluß auf alle europäischen Länder auszuüben“.“

    Mehr politischen Einfluß als die USA?
    Was für eine verdummende Behauptung.

  2. Eidgenosse schreibt:

    Die USA müssen als Weltdrahtzieher abgelöst werden – endgültig, für immer und dürfen diese Position nie mehr erlangen.
    Die EU als Lakai fällt aus. Bleiben also noch die BRICS Staaten, die die USA mit ihren 15% Weltanteil längst überholt haben. China wird Farbe bekennen müssen – besser früher als später.

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