Noch mehr Druck auf den Iran: Jetzt auch Entschädigung wegen des 11. September

4. Mai 2018
Noch mehr Druck auf den Iran: Jetzt auch Entschädigung wegen des 11. September
International
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New York. Der propagandistische Druck auf den Iran nimmt zu – gut koordiniert im Vorfeld der US-Entscheidung, ob das Atomabkommen mit Teheran verlängert wird oder nicht. Jetzt ist das US-Gericht Southern District Court of New York mit einem Urteilsspruch an die Öffentlichkeit getreten, dem zufolge der Iran aufgefordert wird, mehr als sechs Milliarden US-Dollar Schadenersatz an die Familien der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 zu zahlen. Begründung: das Bundesgericht habe Beweise dafür gefunden, daß der Iran das Terrornetzwerk Al-Kaida materiell unterstützt habe und verschiedene Regierungseinheiten in die Anschläge verwickelt gewesen seien.

Mehr als eineinhalb Jahrzehnte nach den Anschlägen vom 11. September und etwas über eine Woche vor der Entscheidung über das Nuklearabkommen mit Iran ist der New Yorker Urteilsspruch bemerkenswert. Darin werden die Islamische Republik, die Revolutionsgarden und die Zentralbank des Iran für den Tod von rund 3000 Menschen infolge der Anschläge vom 11. September verantwortlich gemacht. Der Iran habe der Terrororganisation Al-Kaida materielle Unterstützung geleistet, sagte Opferanwalt Robert Haefele. „Die vorgelegten Beweise belegten, daß Irans materielle Unterstützung gegenüber der Al-Kaida ein Grund für die Anschläge vom 11. September war“, so Haefele gegenüber ABC News.

Der zuständige Richter George B. Daniels wies den Iran nun an, „12.500.000 US-Dollar pro Ehepartner, 8.500.000 US-Dollar pro Elternteil, 8.500.000 US-Dollar pro Kind und 4.250.000 US-Dollar pro Geschwisterkind“ an die Familien und Nachlässe der Verstorbenen zu zahlen. Der Gesamtbetrag wird ab dem 11. September 2001 bis zum Datum des Urteils zudem mit einem mehr als stattlichen Zinssatz von 4,96 Prozent per annum verzinst.

Bis zum Jahr 2016 konnten souveräne Staaten in den USA nicht verklagt werden. Das änderte sich durch den sogenannten Justice Against Sponsors of Terrorism Act (JASTA), der es ermöglicht, Staaten im Zusammenhang mit internationalen Terrorakten juristisch zu verfolgen.

Der Urteilsspruch ist auch deshalb bemerkenswert, weil in der offiziellen Version der Anschläge vom 11. September bislang stets von arabischen bzw. sunnitischen Attentätern die Rede war. Der schiitische Iran war im Zusammenhang mit dem 11. September bislang nie ins Visier ernsthafter Ermittlungen geraten. (mü)

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Ein Kommentar

  1. Scripted Reality schreibt:

    Das sind wohl die berühmten Fakenews und alternative facts.
    Die Saudis können über soviel Wahnsinn nur freudig ins Fäustchen lachen.

    Anscheinend ist der neuen Allianz aus USA- Saudi Arabien -Israel keine Falschinformation zu billig.Eine vollkommene Verdrehung der Tatsachen.

    Die Infos stammen bestimmt aus „gut informierten, nicht genannt werden wollenden Kreisen“ und alles ist wieder „highly likely“ und es gibt „keine andere plausible Erklärung“ – einfach dummdreist und ein Angriff auf die Intelligenz.

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