Eigentor: Tauziehen um Katalonien-Abspaltung schadet vor allem Katalonien

3. Dezember 2017
Eigentor: Tauziehen um Katalonien-Abspaltung schadet vor allem Katalonien
International
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Madrid. Die Bestrebungen zur Abspaltung Kataloniens von Spanien haben amtlichen Statistiken zufolge bislang vor allem Katalonien selbst getroffen. Spanien dagegen hat unter dem anhaltenden Sezessionskrimi bislang nicht gelitten.

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos erklärte unter Hinweis auf Zahlen des Statistikamtes, daß im Gesamtjahr 2017 weiterhin mit einem Wachstum von 3,1 Prozent zu rechnen sei. Für das Schlußquartal seien landesweit ähnliche Werte wie im Sommer zu erwarten. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt den Angaben des Statistikamtes zufolge um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dagegen dürfte die wochenlange Hängepartie um eine Abspaltung Kataloniens den dortigen Tourismus und den Einzelhandel vor allem im Oktober getroffen haben. Die Zahl der Gäste sank in Katalonien im Oktober im Vorjahresvergleich um 4,7 Prozent auf knapp 1,5 Millionen, teilte das Statistikamt in Madrid mit. Diese Entwicklung zog auch die Touristenzahlen für ganz Spanien nach unten: Im Oktober kletterte die Besucherzahl nur um 1,8 Prozent im Vorjahresvergleich.

Der Tourismus steht in Katalonien für zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung. In dieser Region arbeiten in der Branche rund 405.000 Menschen. Zahlreiche Firmen, darunter auch Autohersteller, haben vor dem Hintergrund des Tauziehens um eine Abspaltung bereits angekündigt, ihre Standorte in Katalonien zu schließen. (mü)

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