Streit um zweites Schottland-Referendum: Der Ton wird schärfer

19. März 2017
Streit um zweites Schottland-Referendum: Der Ton wird schärfer
International
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Edinburgh. In Großbritannien nimmt der Streit um ein zweites Unabhängigkeits-Referendum der Schotten an Schärfe zu. Die britische Premierministerin May hatte dieser Tage erklärt, ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum könne erst nach dem Ende der Brexit-Verhandlungen stattfinden.

Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon zeigte sich über diese Aussage nicht begeistert und kritisierte sie jetzt scharf. Insbesondere sprach sie den Konservativen, die bei der letzten Unterhauswahl nur eines der 59 schottischen Unterhausmandate gewannen, die Berechtigung ab, Entscheidungen für Schottland gegen die Regionalregierung zu treffen.

Wörtlich sagte die schottische Regierungschefin: „Ich glaube, die meisten Menschen in Schottland, ob sie nun für oder gegen die Unabhängigkeit sind, sind angewidert von der Vorstellung, daß eine konservative Regierung, die kein Mandat für Schottland besitzt, sich einer demokratisch gewählten Regierung mit eindeutigem Mandat in den Weg stellt.“

Die britische Premierministerin hatte am Mittwoch dem Fernsehsender itv gegenüber erklärt: „Diese Union, die wir seit 300 Jahren besitzen, ist meines Erachtens äußerst wertvoll. Wie gesagt, wir sind seit mehr als 300 Jahren zusammen. Wir hatten eine großartige gemeinsame Geschichte, ich glaube, wir haben auch eine große gemeinsame Zukunft.“ (mü)

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4 Comments

  1. Armin Weiske schreibt:

    Finde May hat recht. Wie oft wollen die Länder in der EU bei nicht genehmen Referenten noch abstimmen lassen, bis das Ergebnis passt? Das ist genau die Politik der überforderten EU-Bürokraten, bis es den Minderheiten in den Kram passt abstimmen lassen…

  2. Fackelträger schreibt:

    Wie tönte es noch 2014 arrogang aus Brüssel?

    „Ihr separatistischen Schotten, bleibt schön unter London, sonst…

    -seid ihr aus der EU draußen und müsst erst alles von neuem beantragen mit allen Warte- und Beobachtungsfristen

    -kriegt ihr keinesfalls den EURO als Zahlungsmittel, wenn ihr das Pfund nicht mehr wollt.“

    Die abweisende Haltung der EU hat letztlich den knappen Ausgang der Wahl GEGEN die Selbständigkeit bewirkt.

    Tja, wie sich die Zeiten geändert haben. Damals waren freiheitsliebende Schotten „böse“, jetzt sind sie die „Lieben“…
    Aber die Masse vergisst das ja gottlob so schnell.

  3. Bernd Sydow schreibt:

    Die schottische Königin Maria Stuart war die große Gegenspielerin von Englands Königin Elisabeth I beziehungsweise wurde für selbige gehalten. Was mit ihr geschah, ist bekannt; als Vorbild für heutige politische Entscheidungen natürlich nicht geeignet.

  4. Wolfsrabe schreibt:

    Ist eine „Union“ zwischen zwei Völkern nicht nur dann eine, wenn sie beiderseitig freiwillig vollzogen wurde? Spricht die Geschichte nicht eher von einer Eroberung und fehlgeschlagenen Befreiungsversuche Schottlands?

    Wie dem auch sei, den Engländern kann man beim Austreten aus dem grausigen EU-Monster nur Erfolg wünschen.

    Schottlands Unabhängigkeitsbestrebungen sind grundsätzlich nachvollziehbar, aber in der EU zu bleiben, ist in meinen Augen genau das Gegenteil einer Unabhängigkeit.

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