Le Pen zum Wahlkampfauftakt: „Bei dieser Wahl geht es darum, ob Frankreich eine freie Nation bleiben kann“

6. Februar 2017

Lyon. Wahlkampfauftakt zur französischen Präsidentenwahl: Marine Le Pen, Vorsitzende und Präsidentschaftskandidatin des rechtsnationalen Front National, schwörte am Sonntag in Lyon ihre Anhänger auf den bevorstehenden Urnengang ein. „Bei dieser Wahl geht es darum, ob Frankreich eine freie Nation bleiben kann“, so Le Pen, die ihre Parteifreunde außerdem auf den Kampf gegen die Globalisierung und den islamischen Fundamentalismus vorbereitete. Trumps Wahlerfolg und der „Brexit“ waren außerdem Themen ihrer Rede vor über 5.000 Anhängern des Front National. „Das Unmögliche ist plötzlich möglich geworden“, sagte die FN-Chefin mit Blick auf die anglo-amerikanische Welt.

Le Pen verneinte eine politische Polarisierung zwischen Links und Rechts, sondern konstatierte, es gebe nur die Trennlinie zwischen „Patrioten und Globalisierungsbefürwortern“. In Lyon stellte die 48jährige Kandidation ihr Wahlkampfprogramm vor, das unter anderem die Ausweisung krimineller Ausländer, die massive Aufstockung von Polizei und Sicherheitskräften sowie die Wiedereinführung nationaler Grenzkontrollen vorsieht. Le Pen verlangt weiter eine Zuwanderer-Obergrenze von 10.000 Personen pro Jahr und hat die Herauslösung Frankreichs aus der Euro-Zone angekündigt, ebenso eine Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft. Die „Inländerbevorzugung“ bei Sozialleistungen gehört ebenso zu ihren Kernanliegen wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze für Franzosen und ein das Land unter ihrer Ägide erfassender „wirtschaftlicher Aufschwung“.

Für ihre Rede erhielt Le Pen euphorischen und lang anhaltenden Applaus, der in „Wir werden gewinnen“-Rufen und dem Schwenken französischer Nationalflaggen gipfelte.

Im Rennen um den Elysee-Palast sieht sich Le Pen nach aktuellen Umfragen gestärkt. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am 23. April wird ihr laut der jüngsten Umfrage ein Sieg mit 25 Prozent prognostiziert, während dem sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron 21 bis 22 Prozent vorausgesagt werden. Der konservative Kandidat Fillon ist nach jüngsten Skandalen auf 18 bis 20 Prozent abgerutscht. Wenn keiner der Bewerber um das Präsidentenamt im ersten Wahlgang 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erreicht, entscheidet am 7. Mai eine Stichwahl. (sp)

Video: Offizielles Kampagnenvideo von Marine Le Pen

 

 

2 Comments

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  2. Yvonne Meier schreibt:

    Wünschen wir Marine Le Pen den Sieg! Der eine Konkurrent geht mit öffentlichen Geldern sehr „familienfreundlich“ um, der andere will „en marche“ gehen, losmarschieren (Wohin? Nach Libyen? Nach Syrien? In die Ukraine?), hat aber nach eigenem Bekunden keine Kultur, die er verbreiten könnte: https://deutsch.rt.com/europa/46225-praesidentschaftskandidat-emmanuel-macron-keine-franzoesische-kultur-frankreich-wahlkampf-twitter/ Zum grenzenlosen Schuldenschulzgemerkel würde er allerdings passen.

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