„Gangbang“ und „Puff für alle“ im Unterricht: Kasseler Soziologin erntet Shitstorm im Netz

7. Juli 2014
„Gangbang“ und „Puff für alle“ im Unterricht: Kasseler Soziologin erntet Shitstorm im Netz
Kultur & Gesellschaft
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Kassel. Die Kasseler Soziologin Prof. Elisabeth Tuider hat im Internet mit einem Interview zu ihrem Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ eine Welle der Empörung ausgelöst.

Gegenüber der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“ forderte Tuider eine stärkere Einbeziehung praktischer Übungen in den Sexualkundeunterricht an Schulen. In ihrem Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt: Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ sind dazu zahlreiche Beispiele aufgeführt, aus denen die Zeitung zitiert.

So wird unter anderem empfohlen, 12-Jährigen die Frage zu stellen, was ein „Gangbang“ sei: „a) Sex in einer Gruppe von vielen Männern und Frauen; b) Sex zu dritt; c) Wenn eine Person mit mehreren Männern, die in einer Schlange anstehen, hintereinander Sex hat“. Vierzehnjährige sollen bei einer gespielten Auktion Gegenstände für sieben verschiedene Parteien in einem Mietshaus ersteigern: Für eine alleinerziehende Mutter, eine heterosexuelles kinderloses Paar, ein schwules Paar, ein lesbisches Paar mit zwei Kindern, ein Senioren-Paar, eine Wohngemeinschaft mit drei Behinderten und eine Spätaussiedlerin aus Kasachstan stehen neben Häkeldeckchen, Windeln und Schraubenziehern unter anderem ein Dildo, Kondome, Potenzmittel, Vaginalkugeln sowie Lack- und Lederbekleidung zur Auswahl. 15-Jährigen wird aufgetragen, einen „Puff für alle“ einzurichten, der die sexuellen Vorlieben und Präferenzen verschiedener Gruppen berücksichtige.

In der Kommentarspalte der Internet-Ausgabe der Zeitung häuften sich daraufhin ablehnende Kommentare ebenso wie auf Facebook und Twitter. Es sei „ein Hammer für was es in Kassel alles eine Professur gibt“, schreibt ein Nutzer. Wer Pubertierenden „Gangbang als NORMALES Sexverhalten verkaufen möchte, sollte dringend mal einen Therapeuten aufsuchen“, so ein weiterer. „Wer gibt einer Psychologin mit solch einem verschobenen Weltbild und mit augenscheinlich geisteskranken Anwandlungen eine Professur?“ fragt ein dritter Nutzer. Und ein weiterer stellt fest: „In all diesen hanebüchenen wissenschaftlichen Studien aus tausenden von Wörtern habe ich noch nie das Wort ‚Liebe‘ gelesen. Gegenseitiger Respekt und erwiderte Gefühle sind Grundvoraussetzungen für das menschliche Miteinander. Das gilt im Beruf als auch, so einfach das klingen mag, für die Sexualität.“ (lp)

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