Ein Märchen wird zerpflückt: Für die AfD ist der 8. Mai kein „Tag der Befreiung“

26. Mai 2026
Ein Märchen wird zerpflückt: Für die AfD ist der 8. Mai kein „Tag der Befreiung“
National
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Foto: Symbolbild

Potsdam. Es wäre ein längst überfälliger Anlaß für einen neuen Historikerstreit: die  Führung der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag stellt sich ausdrücklich hinter ihren Abgeordneten Dominik Kaufner. Dieser hatte in seiner Eigenschaft als erinnerungspolitischer Sprecher der Fraktion den 8. Mai 1945, das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, als „Tag der Vernichtung“ bezeichnet und damit einem verbreiteten bundesdeutschen Geschichtsmythos widersprochen.

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Fraktionschef Hans-Christoph Berndt verteidigte die Aussagen inzwischen ausdrücklich. „Der 8. Mai ist eben damit verbunden, daß eine kommunistische Diktatur in einem Teil Deutschlands errichtet wurde und daß Lager weiter betrieben wurden, zum Teil die gleichen Lager, die die Nationalsozialisten betrieben hatten“, erklärte Berndt. „All das darf man nicht vergessen. (…) Deswegen sind Beiträge wie die von Dr. Kaufner notwendig.“

Kaufner selbst hatte zuvor auf Instagram erklärt: „Wer um die Menschheitsverbrechen an den eigenen Vorfahren weiß und dennoch um den 8. Mai in Feierstimmung verfällt, der hat seine Würde, seinen Anstand und seine Ehre verloren. Egal, wo er politisch steht.“ In seinem Beitrag verwies er auf Gewaltverbrechen gegen deutsche Zivilisten in den letzten Kriegsmonaten. Genannt wurden unter anderem Massaker der Roten Armee, alliierte Bombenangriffe, Vertreibungen sowie die Rheinwiesenlager.

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Dennis Hohloch, verteidigte die Wortwahl. „Selbstverständlich war nach dem 8. Mai ’45 Deutschland in großen Teilen verwüstet. In Berlin fand faktisch kein ordentliches, kein geregeltes Leben mehr statt. Das war ein Tag der Vernichtung. Das war auch ein Tag der Vertreibung.“

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Der 8. Mai wird seit der Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Jahr 1985 offiziell als „Tag der Befreiung“ propagiert. Weizsäcker machte damit die zuvor schon in der DDR und in der Sowjetunion praktizierte Sicht auf das Kriegsende auch in Westdeutschland salonfähig. (rk)

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