Berlin. Es wirkt wie eine glatte Kapitulation des Rechtsstaates: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) stellt die Haftstrafe für Fahrgäste ohne Fahrschein auf den Prüfstand. „Aus meiner Sicht sprechen gute Gründe für eine Entkriminalisierung“, sagte Hubig der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Die Ministerin kritisierte die derzeit geltende Praxis scharf: „Gehören Menschen, die sich keinen Fahrschein leisten können und schließlich mit einer Ersatzfreiheitsstrafe im Gefängnis landen, wirklich dorthin?“ Die Verfahren belasteten die Justiz enorm und bänden Ressourcen, die anderswo dringender gebraucht würden. Im Zuge der geplanten Modernisierung des Strafrechts müsse deshalb die Strafwürdigkeit des Schwarzfahrens grundlegend überprüft werden.
Bislang begeht, wer ohne gültigen Fahrschein in Bus oder Bahn erwischt wird, eine Straftat. Die Folgen: eine Geldstrafe oder im Falle der Nichtzahlung sogar Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Wer die Geldstrafe nicht bezahlen kann, dem droht eine Ersatzfreiheitsstrafe – also Gefängnis.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Unterstützung bekommt Hubig vom Deutschen Anwaltverein (DAV). „Der soziale Nutzen der Strafbarkeit ist zweifelhaft, der Schaden für die Allgemeinheit dagegen immens“, sagte Swen Walentowski vom DAV. Die jährlichen Kosten für Verfahren und Haftstrafen beziffert der Verein auf rund 200 Millionen Euro.
Was Hubig nicht sagt: in der Praxis sind vor allem Deutsche ohne Migrationshintergrund von der „vollen Härte des Gesetzes“ betroffen. Ausländer werden aus Angst vor Gewaltausbrüchen vielfach gar nicht mehr kontrolliert – deutsche Fahrgäste hingegen schon. Bei ihnen zeigt die Justiz in aller Regel auch keine Nachsicht. (rk)
Bildquelle: Wikipedia/Sese_Ingolstadt, Rechte: CC BY-SA 3.0-Lizenz
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin