Rochdale. Ein neuer Justizskandal erschüttert Großbritannien: der Pakistani Shabir Ahmed, Kopf der berüchtigten Vergewaltigungsbande von Rochdale, ist nach 14 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. 2012 war der 73jährige wegen 30facher Vergewaltigung und weiterer Delikte an Mädchen – das jüngste Opfer war zwölf – zu 22 Jahren verurteilt worden. Gemeinsam mit acht Komplizen hatte er die Minderjährigen mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht und systematisch mißbraucht.
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Fortan versorgt der Staat Ahmed nun in einer betreuten Einrichtung mit elektronischer Fußfessel – zum Preis von umgerechnet 140 Euro pro Nacht, finanziert vom britischen Steuerzahler. Zwar darf er Rochdale und Oldham nicht betreten, hat Kontaktverbot zu Kindern und steht im Sexualstraftäterregister. Doch viele Bürger haben inzwischen jedes Vertrauen in die Behörden verloren. Die Erinnerung an die sogenannten „Grooming-Banden“, die in den 2010er-Jahren Tausende britischer Kinder entführt und systematisch mißbraucht haben, steckt vielen noch in den Knochen.
Der Aktivist Billy Howarth von „Parents Against Grooming UK“ hat deshalb eine Patrouillengruppe gebildet, um die Straßen zu sichern. „Er war nicht nur ein Kinderschänder – er ist der leibhaftige Teufel“, so Howarth über Shabir Ahmed. Man werde patrouillieren, bis sich die Anwohner wieder sicher fühlten.
Eine Abschiebung Ahmeds scheitert am Immigration Act von 1971, der Commonwealth-Einwanderer aus der Zeit vor 1973 schützt. Zudem weigert sich Pakistan, seinen Staatsbürger zurückzunehmen. Die britische Regierung wiederum erklärt, ein durch den Immigration Act geschützter Mann könne nicht deportiert werden.
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Die politische Elite simuliert Empörung. Der Labour-Abgeordnete Paul Waugh beklagt, Ahmed hätte längst abgeschoben werden müssen. Auch die Konservativen um Kemi Badenoch kündigen nachträglich Gesetzesänderungen an. Jahrelang hatten beide Parteien das Problem importierter Gewalt aus Angst vor Rassismusvorwürfen ignoriert. Erst jetzt, da Bürgerwehren wie Pilze aus dem Boden schießen und die Briten zu Zehntausenden auf die Straßen gehen, entdecken sie ihren Patriotismus. (mü)
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