Birmingham. Der Unmut der britischen Bevölkerung über den Fall des im Dezember von einem Sikh ermordeten Studenten Henry Nowak, der im brutalen Polizeigewahrsam starb, ist noch nicht verflogen, da sorgt schon der nächste Fall für Empörung. Und wieder ist ein Weißer das Opfer.
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Die im Netz kursierenden Aufnahmen aus der Broad Street in Birmingham zeigen, wie ein weißer 20jähriger Brite in der Nacht zum 21. Juni von mehreren Migranten attackiert und zu Boden gerissen wird. Als er wieder aufsteht, eilt ihm niemand zur Hilfe, im Gegenteil: eine Polizistin stürmt auf ihn zu, packt ihn und drückt ihn gegen eine Wand. Der junge Mann schlägt in der Hektik um sich, hält jedoch sofort inne, als er erkennt, daß es sich um eine Beamtin handelt.
Festgenommen wurde daraufhin nicht etwa die Angreifergruppe, sondern das Opfer. Die West Midlands Police bestätigte die Anklage wegen eines angeblichen Angriffs auf eine Polizeibeamtin, räumte jedoch dieser Tage ein, daß die Videoaufnahmen einen Angriff vor der Festnahme zeigen. Man suche nun die Beteiligten. Offiziell erklärt die Polizei, ihre Beamten seien zum Zeitpunkt des Angriffs mit der Festnahme eines anderen Mannes beschäftigt gewesen.
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Die Öffentlichkeit fragt sich nun einmal mehr, warum der offensichtlich Angegriffene mit solcher Härte behandelt wurde. Der Unterhausabgeordnete Robert Jenrick von der Farage-Partei „Reform UK“ steuerte eine Erklärung bei: der „Police Race Action Plan“ der britischen Behörden schreibt vor, schwarze Menschen durch Polizeimaßnahmen nicht zu „überstrapazieren“. Infolgedessen müssen britische Polizisten mit disziplinarischen Konsequenzen rechnen, wenn sie dunkelhäutige Täter festnehmen. Auch die Beamtin im vorliegenden Fall entschied sich ersichtlich für das politisch „sicherere“ Ziel – den weißen Briten, obwohl er das Opfer war. Die unverkennbare Parteilichkeit der britischen Polizei sorgt schon seit längerem für erheblichen Unmut in der Öffentlichkeit. (mü)
Bild: Wikimedia/Someone Not Awful – Own work/CC BY-SA 4.0
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