Alice Weidel im Reuters-Gespräch: „Wir brauchen wieder Russen-Energie“

6. Juli 2026
Alice Weidel im Reuters-Gespräch: „Wir brauchen wieder Russen-Energie“
Wirtschaft
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Foto: Symbolbild

Berlin. Wenn alles gut läuft, könnte die AfD eher früher als später in Deutschland Regierungsverantwortung übernehmen – erst auf Landesebene, aber irgendwann auch in Berlin. Für diesen Fall sendet Parteisprecherin Alice Weidel jetzt schon einmal Signale aus. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hat sie sich kürzlich für eine Aufhebung des Energieboykotts gegen Rußland ausgesprochen und begründete dies mit der angeschlagenen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. „Günstige Energie aus Rußland war das Geheimnis des Erfolgs von ‚Made in Germany‘. Wir brauchen sie zurück“, sagte Weidel. Der Verlust der russischen  Energielieferungen habe das Land um Jahre zurückgeworfen und Hunderttausende Arbeitsplätze gekostet. „Er hat uns abhängig von den Vereinigten Staaten gemacht, die uns Energie zu deutlich höheren Preisen verkaufen“, so die Fraktionschefin.

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Vor den Sanktionen von 2022 stammte mehr als ein Drittel des deutschen Rohöls und über die Hälfte des Erdgases aus Rußland. Zudem leidet die Wirtschaft noch immer unter der Zerstörung der Nord Stream-Pipelines im September 2022.

Auch Weidel sieht ihre Partei mittelfristig auf der Siegerstraße. „Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind entscheidende Meilensteine“, ließ sie Reuters wissen. Nach einem Sieg in Sachsen-Anhalt werde vermutlich Mecklenburg-Vorpommern folgen. Und dann: „Ich kann mir die AfD entweder bei der nächsten oder der übernächsten Wahl im Kanzleramt vorstellen.“ Ein Erfolg bei den Landtagswahlen würde die von der Union verteidigte „Brandmauer“ gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD weiter bröckeln lassen.

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Weidels Verlautbarungen fallen zeitlich zusammen mit der jüngsten Reise des außenpolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, nach Moskau. Er traf dort Gazprom-Chef Alexei Miller und sprach sich für eine Wiederinbetriebnahme von Nord Stream aus. Frohnmaier verwies auf derzeit laufende Prüfungen durch US-Investoren.

Weidel wies im Reuters-Gespräch auch gleich die Einstufung ihrer Partei als „gesichert rechtsextremistisch“ durch den Bundes-Verfassungsschutz zurück – linke Protagonisten wie SPD-Chefin Saskia Esken trommeln gerade wieder verstärkt für ein Verbotsverfahren. (rk)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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