Berlin/Erfurt. Anders als unter Politikern ist die sogenannte „Brandmauer“ gegenüber der AfD in der Bevölkerung alles andere als unumstritten. Laut einer aktuellen INSA-Erhebung lehnen 36 Prozent der Befragten, mehr als ein Drittel, die Brandmauer rundweg ab, nur 30 Prozent wollen daran festhalten.
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Mehrheiten für die strikte Abgrenzung finden sich erwartungsgemäß bei Grünen (56 Prozent), Linken (53 Prozent) und SPD (51 Prozent). Unter AfD-Anhängern dagegen sprechen sich – auch diese Zahl ist nicht wirklich überraschend – 67 Prozent gegen die Brandmauer aus. Unions-Anhänger sind zwiegespalten: 37 Prozent plädieren gegen, 34 Prozent für die Brandmauer. Deutlicher fällt das Votum bei FDP- (44 zu 18) und BSW-Wählern (45 zu 18) aus, die mehrheitlich eine Aufhebung fordern.
Die Umfrage fördert auch zutage, daß 36 Prozent der Deutschen die Ausgrenzung der AfD eher als Stärkung denn als Schwächung der Partei betrachten (18 Prozent). 23 Prozent sehen keinen spürbaren Effekt.
Auch das neuerdings wieder ins Gespräch gebrachte Verbot der AfD findet keine Mehrheit. 45 Prozent der Befragten lehnen ein Verbot kategorisch ab, 36 Prozent wären dafür. Die größte Zustimmung für ein Verbot kommt von Grünen-Wählern (73 Prozent), gefolgt von Anhängern der Linken (66) und der SPD (58). Im BSW-Lager überwiegt die Ablehnung mit 56 Prozent. Bei Union (44 zu 42) und FDP (47 zu 31) zeichnet sich eine knappe Mehrheit gegen ein Verbot ab.
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So eindeutig die Gegner von „Brandmauer“ und AfD-Verbot auch in der Mehrheit sind: daß überhaupt über Für und Wider eines Parteienverbotes diskutiert werden muß, ist an sich schon ein Alarmsignal. (rk)
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