Kurswechsel in Kolumbien: Israel freut sich über den Wahlsieger

25. Juni 2026
Kurswechsel in Kolumbien: Israel freut sich über den Wahlsieger
International
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Foto: Symbolbild

Bogotá. Lateinamerika ordnet sich gerade neu, und der große Gewinner sind rechtspopulistische Wirtschaftsliberale nach dem Vorbild des argentinischen Präsidenten Xavier Milei. Jetzt kippte auch Kolumbien. Mit dem hauchdünnen Wahlsieg des konservativen Juristen Abelardo de la Espriella steht das Land nun vor einer politischen Kehrtwende. Rund 49,66 Prozent der Wähler stimmten für den als „Tiger“ bekannten Rechtskandidaten, sein linksradikaler Rivale Iván Cepeda kam auf 48,7 Prozent.

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De la Espriella verspricht mit seinem Programm unter dem Motto „País Milagro“ („Wunderland“) ein Wirtschaftswachstum von sieben Prozent, niedrigere Steuern, einen schlankeren Staat, neue Arbeitsplätze, Wohnungsbau und mehr Investitionen. Sein künftiger Stellvertreter José Manuel Restrepo bringt als früherer Finanzminister wirtschaftspolitische Erfahrung mit. Der neue Präsident setzt auf Marktwirtschaft, Rechtssicherheit und ein investitionsfreundliches Umfeld. Zugleich kündigte der 47jährige Millionär eine harte Linie gegen die ausufernde Kriminalität nach dem Vorbild El Salvadors sowie eine engere Anbindung an die Vereinigten Staaten an. US-Präsident Trump zeigte sich über den Wahlausgang ebenso erfreut wie Milei – und vor allem Israel.

Der bisherige linksgrüne Präsident Gustavo Petro hatte nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 die israelische Regierung scharf angegriffen und im Mai 2024 wegen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. De la Espriella kündigte dagegen bereits im Wahlkampf an, die kolumbianische Botschaft nach US-Vorbild nach Jerusalem zu verlegen und eine „strategische Allianz“ mit den USA und Israel aufbauen zu wollen. Nach einem Treffen mit Israels Außenminister Gideon Sa’ar im vergangenen November erklärte er: „Nur wenn wir die Beziehungen zu Ländern stärken, die den Terrorismus erfolgreich bekämpft und historische Herausforderungen wie Exil, den Holocaust, Dürre in ihrem Land und Angriffe ihrer Feinde überwunden haben, und von ihnen lernen, können wir den Schlüssel zur Beseitigung unserer eigenen Probleme finden.“

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In Jerusalem wurde der Wahlausgang denn auch mit unverhohlener Freude aufgenommen. Außenminister Sa’ar gratulierte seinem „Freund“ und schrieb auf X: „Der Tiger hat gewonnen, Kolumbien hat gewonnen!“ Israel freue sich darauf, „die Beziehungen zwischen Israel und Kolumbien wiederzubeleben und sie auf ein noch nie dagewesenes Niveau zu heben“. Zugleich lud Sa’ar den Wahlsieger nach Israel ein.

Amtsvorgänger Petro reagierte dagegen mit schwerwiegenden Vorwürfen. Er behauptet, manipulierte Server hätten das Wahlergebnis verfälscht. „Die einzige Instanz auf der Welt, die dazu in der Lage ist, ist der Staat Israel“, erklärte er. Bereits im Wahlkampf hatte er Israel attackiert. (mü)

Bild von gustavo9917 auf Pixabay/gemeinfrei

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