Spaniens Merkel-Moment: Sozialisten öffnen die Grenzen für Illegale

18. Juni 2026
Spaniens Merkel-Moment: Sozialisten öffnen die Grenzen für Illegale
International
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Foto: Symbolbild

Madrid. Schon seit Wochen sorgt die spanische Linksregierung unter Ministerpräsident Sánchez im In- und Ausland für erheblichen Unmut. Sie hat im April die Weichen dafür gestellt, daß bis zu einer halben Million Illegaler, die sich bereits im Lande befinden, legalisiert werden, eine Daueraufenthaltsgenehmigung und damit auch die unbeschränkte Reisefreiheit im Schengenraum erhalten.

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Aber: aus rund 500.000 Illegalen wurden innerhalb kürzester Zeit fast doppelt so viele. Nach Angaben des Migrationsministeriums gingen innerhalb weniger Monate rund 900.000 Anträge von Migranten ohne gültige Papiere ein. Die Flüchtlings-Lobbyorganisation CEAR erwartet bis zum Auslaufen des Programms in zwei Wochen sogar mehr als eine Million Anträge.

Anspruch auf eine befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis haben Einwanderer, die nachweisen können, daß sie am 31. Dezember 2025 seit mindestens fünf Monaten in Spanien gelebt und keine Straftaten begangen haben. Nach einem Jahr kann daraus ein regulärer Aufenthaltstitel werden. Spanien hält damit an einer einwanderungsfreundlichen Linie fest, obwohl zahlreiche andere europäische Staaten ihre Grenzen stärker abschotten.

Seit April wurden nach Ministeriumsangaben bereits 360.000 befristete Arbeitserlaubnisse ausgestellt. Das entspricht rund 40 Prozent aller eingegangenen Anträge. Wer zur Bearbeitung zugelassen wird, darf sofort eine Beschäftigung aufnehmen.

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Staatssekretärin Pilar Cancela erklärte gegenüber Reuters, die Behörden könnten zwischen April und Juni bis zu eine Million Anträge bearbeiten. Dennoch dürfte die Zahl der Gesuche jene der erteilten Genehmigungen immer noch übersteigen. Nach Angaben des Thinktanks Funcas leben nämlich derzeit rund 840.000 Illegale in Spanien und arbeiten vielfach schwarz. Allerdings: dem Problem wird auch in Spanien nicht dadurch beizukommen sein, daß man Illegale einfach in Legale umdeklariert. Wohin das führt, ist in diesen Wochen in Großbritannien besonders gut zu sehen. (mü)

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