New York/Mexico City. Die bevorstehende Fußball-WM ist eine Steilvorlage für „Pandemie“-Bekämpfer. Es überrascht deshalb nicht, daß parallel zum sportlichen Großereignis ein engmaschiges System zur Beobachtung aller erdenklichen Krankheitsausbrüche bereitsteht. Das Turnier, das sich über 39 Tage erstreckt, wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. Geplant sind 104 Spiele, davon 78 in den Vereinigten Staaten. Mehr als 6,5 Millionen Zuschauer aus über 100 Ländern werden erwartet – wenn sie nach der WM in ihre Heimatländer zurückkehren, sind sie möglicherweise die „idealen“ Krankheitsüberträger.
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Gesundheitsexperten verweisen denn auch auf das erhöhte Risiko der Verbreitung von Krankheitserregern bei Veranstaltungen dieser Größenordnung. Deshalb wurde unter Leitung von Rebecca Katz vom Center for Global Health Science and Security der Georgetown University ein Netzwerk aufgebaut, das mögliche Gesundheitsgefahren frühzeitig erkennen soll. Universitäten, private Unternehmen und gemeinnützige Organisationen arbeiten dabei eng mit Behörden und natürlich mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen. Die beteiligten Stellen erstellen täglich Lageberichte für Gesundheitsämter, Regierungen und die FIFA.
Eine zentrale Rolle spielt die Analyse von Abwasserproben. Dabei werden DNS- und RNS-Spuren untersucht, um Hinweise auf mögliche Krankheitserreger zu gewinnen. Rebecca Katz erläutert das Verfahren: „Proben aus den USA und Kanada sowie aus allen Gastgeberländern fließen in die Auswertung ein. So können Ausbrüche früh erkannt, Symptome gezielt überwacht und sofort vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden.“
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Hinzu kommt die Auswertung digitaler Daten. Wissenschaftler beobachten soziale Netzwerke und andere Online-Aktivitäten auf Hinweise für ungewöhnliche Krankheitsentwicklungen. Bereits eine auffällige Zunahme von Diskussionen über bestimmte Medikamente oder Hygieneprodukte kann als Signal gewertet werden. Ergänzt wird das System durch Drohnen sowie Beobachtungen vor Ort in Fanbereichen und an Veranstaltungsstätten.
Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit den Masern. In den Vereinigten Staaten wurden in diesem Jahr bereits fast 2.000 Fälle registriert. Auch in Teilen Kanadas und Mexikos kam es zu neuen Ausbrüchen. Darüber hinaus stehen durch Mücken übertragene Krankheiten wie das Dengue-Fieber und Chikungunya im Fokus der Beobachtung, da internationale Reisende entsprechende Erreger einschleppen könnten. Nach Lage der Dinge können sich UNO, WHO, Bill Gates und Co. die WM eigentlich nicht entgehen lassen. (mü)
Bild: Pixabay/Gemeinfrei
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