St. Petersburg. Zum traditionellen St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF), das vom 3. bis 6. Juni in Wladimir Putins Heimatstadt stattfindet, reisen heuer erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges wieder offiziell deutsche Unternehmer. Trotz westlicher Sanktionen und anhaltender Kampfhandlungen soll damit der wirtschaftliche Kontakt nach Rußland aufrechterhalten bzw. wiederbelebt werden.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Nach Angaben der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer sind trotz westlicher und deutscher Sanktionen weiterhin rund 1.600 deutsche Unternehmen auf dem russischen Markt tätig. Ihr Gesamtumsatz lag 2025 bei etwa 20 Milliarden Euro. 2011, lange vor dem Krieg und der vom Westen geschürten Konfrontation, erwirtschafteten deutsche Firmen in Rußland noch das Vierfache dieser Summe.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, begründet die Teilnahme deutscher Unternehmer mit strategischen Erwägungen. Es gehe darum, Rußlands Markt „nicht allein Asien zu überlassen“. Allein im ersten Quartal 2026 hätten chinesische Unternehmen bereits 1.400 neue Firmen in Rußland gegründet. Zudem gelte es, „nicht zuletzt für den Moment nach einem Waffenstillstand“ sowie „wie andere große westliche Länder die wirtschaftliche Brücke nach Rußland“ zu bewahren. Bereits im Vorjahr waren Vertreter aus Frankreich und den USA auf dem Forum präsent.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Unter den deutschen Gästen befinden sich auch vier AfD-Vertreter: der außenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, Sachsens AfD-Landeschef Jörg Urban, der wirtschaftspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Steffen Kotré sowie der Europaabgeordnete Petr Bystron. Letzterer hatte vor zwei Wochen noch ein Einreiseverbot für Großbritannien erhalten, wo er auf der großen Kundgebung des heimattreuen Aktivisten Tommy Robinson sprechen sollte – die russischen Behörden betrachten ihn offenbar nicht als Gefährdung.
Der sächsische Landeschef Jörg Urban begründet seine Teilnahme damit, sein Bundesland brauche „Rußland als Garant für Frieden und Wohlstand in Europa“. Auch Frohmeier erklärte: „Deutschland braucht eine Politik, die Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und die Interessen der eigenen Bürger wieder stärker in den Mittelpunkt stellt.“ Ihm sei bewußt, „daß diese Reise sensibel betrachtet wird“. Er stellte klar: „Meine Teilnahme bedeutet jedoch keine Billigung des Krieges in der Ukraine.“ (mü)
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin